01.03.2010

Wir treffen uns gegen 19:00 Uhr am Flughafen Tegel. Wegen der Gepäckaufgabe am Schalter herrscht Hektik unter den Frauen, da überlegt werden muss, wer mit wem eincheckt, damit alle Gepäckstücke aufgegeben werden können. Letzendlich schaffen wir es. Wir verabschieden uns von Familien und den vielen Freunden. Kleine (kl.) Hoa und Lanh warten bis zu dem Augenblick, in dem wir alle in den Warteraum eingelassen werden. 

21:40 geht es Richtung Doha. Nach sechs Stunden Flug kommen wir in Doha an. Anderthalb Stunde Wartezeit später können wir endlich in Richtung Saigon abfliegen. Kurz nach Abflug gerät das Flugzeug in Turbulenzen. Der plötzliche Höhenfall ist beängstigend. Wir haben noch nie so viel gebeten wie heute! Am Ende ist doch Gott sei Dank alles gut gelaufen.

02.03. 2010

Um 18:40 landet unser Flugzeug in Tan Son Nhat. Duc und kl. Hien kommen aus Hanoi dazu. Nach der Zollkontrolle werden wir von Frau Tuong, Dong, Duc und kl. Hien empfangen und abgeholt. 

Da an diesem Abend zugleich Frau Tuong's 64. Geburtstag ist, überreichen wir ihr die aus Deutschland mitgebrachten Blumen und Geschenke. Während Katharina auf ihrer Geige spielt, singen wir das Geburtstagslied in drei verschiedenen Sprachen, um ihr alles Gute zum Geburtstag zu wünschen. 

Nach der Begrüssung besteigen wir alle den von Fr. Tuong arrangierten und komfortablen Bus. Laut Fr. Tuong darf der Busfahrer nicht zu jung (wegen der fehlenden Erfahrungen), aber auch nicht zu alt (wegen der langsamen Reaktion) sein. Leider ist Susanne beim Einstieg in den Bus ein kleiner Unfall unterlaufen und hat sich das Knie verletzt. Wir sind sehr besorgt und befürchten, dass Schlimmeres passieren könnte. Aus Rücksicht auf die Gruppe hat sich Susanne vorerst selbst versorgt, so dass wir zu Frau Tuongs Haus fahren können. Dort wird Susannes Knie täglich von Dong massiert, so dass die Schmerzen gelindert werden. 

Zu Hause angekommen versammeln wir uns im Wohnzimmer und ueberreichen ihr die aus Deutschland mitgebrachten Geschenke als Dankeschön für ihre Gastfreundschaft und Hilfe .

Gegen 21:00 Uhr haben die von Fr. Tuong selbstvorbereitete Speisen uns wieder zu Kräften gebracht. Es gibt Hühnersalat mit Seetang und Gemüse, Hühnerreisbrei, gekochtes Hühnchen und verschiedene Früchte als Nachspeise. Logis und Kost (Frühstück und Abendessen) während des Saigon-Aufenthalts sind von Fr. Tuong gesponsort.

Direkt danach fahren uns Fr. Tuongs Sohn Rang Dong und seine Frau Mai mit den Familienwagen ins Stadtzentrum, um Saigon in der Nacht zu erleben. Wegen der langen Reise von Deutschland nach Vietnam bleiben einige zu Hause. Elke ist als Einzige unserer deutschen Freunde mitgekommen. 

03.03.2010

Um 7:00 morgens frühstücken wir auf der Terrasse. Die Garnelenfrühlingsrollen und das gegrillte Fleisch sind köstlich, aber doch etwas zu deftig als Frühstück. 

8:15 fahren wir vom Haus los. Da wir am Nachmittag und am Abend zwei wichtige Termine haben, bringt jede ihre Abendgaderobe zum Wechseln mit.

Zuerst machen wir eine Stadtrundfahrt um den chinesischen Bezirk, an der Thien Hau Pagode, am Binh Tay Grossen Markt vorbei.
Anschliessend besuchen wir Saigons Zentrum: die Kathedrale von Saigon, die Hauptpost und der Unabhängigkeitspalast.
Als Nächstes fahren wir zum Rathaus, dann zum Ben Thanh Markt, da einige einkaufen gehen möchten, Duc und Ngoc kaufen dort ihre Ao Dai für die späteren Veranstaltungen.
Mit dem Bus fahren wir weiter zum Kriegszeugnismuseum. Die Exponate und Fotographien berühren uns zutiefst. Sie helfen uns den Krieg besser verstehen zu können. Danach machen wir uns auf dem Weg zum Frauenmuseum. Als wir ankommen, ist leider Mittagspause und das Museum geschlossen. Der nette Wachmann lässt uns dennoch herein und informiert die Führerin, sodass sie mit uns einen Rundgang macht. Zum Abschied bekommt jede zur Erinnerung eine Anstecknadel mit dem Logo des Museums.
Weiter besuchen wir die in Saigon grösste Pagode namens Vinh Nghiem. Leider ist die Altarhaupthalle geschlossen, sodas wir nur ringsherum die Türme und den Vorplatz anschauen koennen. Mittagessen gibt es im vegetarischen Restaurant der Pagode. Um die Mittagshitze zu entkommen, verbringen wir die Pause unter dem Boddhi – Baum. 

Wir machen uns im Bus frisch für das Treffen bei der Frauen – Union der Stadt Saigon. Fr. Doktor Luong Bach Van -  stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Front, stellverstretende Vorsitzende des „Verbands für die Beziehung mit Auslandsvietnamesen“, Fr. Ngoc Hanh – stellvertretende Vorsitzende der Frauen – Union der Stadt, Frau Thu Hien – Ableitungsleiterin für Familien- und Bildungsangelegenheit, empfangen uns am Eingang und führen uns in die Versammlungshalle ein. Die anschliessende Diskussion ist zeremoniell, informativ aber auch offen abgelaufen. Wir überreichen eine Spende in Höhe von 10.000.000 VND für das Projekt “Unterstützung armer, kranker Kinder”. Die Frauen unserer Gruppe spenden zusaetzlich 7.000.000 VND fuer das Projekt “ Operation herzkranker Kinder”.
Die Frauen – Union schenkt jeder Person ein kleines Geschenk, das aus einem der zahlreichen Projekte zur Unterstützung der Frauen hergestellt ist. 

Wir besichtigen das Phu My Hung Viertel (das modernste Wohnzentrum von Saigon) und wechseln die Kleidung im Bus und richten uns her für die Einladung zum “Frühjahrstreffen der Auslandsvietnamesen 2010” von der Nationalen Front. Es herrscht eine heitere und ausgelassene Stimmung. Scherze und Komplimente fliegen hin und her während des Umkleidens.
Als wir ankommen, heissen uns Fr. Doktor Luong Bach Van herzlich willkommen, während Reporter verschiedener Presseagenturen uns belagern. Das mit Thu durchgeführte Interview und die Bilder unserer Frauen in Ao Dai wurden am gleichen Tag auf verschiedene Fernsehsender gesendet. Die Höhepunkte des Treffens für uns waren die Fotoaufnahme mit dem stellvertretenden Bürgermeister von HCM Stadt – Nguyen Thanh Tai und der Auftritt von To Van mit Dam Vinh Hung, einem berühmten Popsänger, vor Publikum. Das mit dreissig verschiedenen Gerichten ausgestattete Buffet mundet uns allen. Unsere deutschen Freunde essen zum ersten Mal Kartoffelbrei mit asisatischen Beilagen und Hauptgerichten. 

21:30 kommen wir zu Hause an. Wir tauschen die ersten Erfahrungen in Saigon miteinander aus. Thu wartet, bis alle schlafen gehen, damit sie endlich Reisetagebuch führen kann. Sie arbeitet bis um vier Uhr daran, während alle anderen in koma-artigen Schlaf fallen. 

04.03.2010

Zum Frühstück gibt es von Dong selbstgekochte Pho bo. An diesem Tag besuchen wir das Mekong Delta.
Zuerst fahren wir mit dem Boot auf dem Tien Giang Fluss zu einer Insel. Dort trinken wir Longanblütenstaub-Tee mit Honig und hören traditionelle Musik, vorgetragen von drei Sängerinnen. Diese Sängerinnen sind in ihrer Mimik und Gestik so graziös, was kennzeichend für die Frauen des Mekong Deltas ist.
Anschliessend sehen wir uns Obstgärten der Region an und fahren mit den Kanus den Kanal entlang zum Hauptfluss zurück. Der Kanal ist von Wasserkokosbäumen gesäumt. Am Fluss wechseln wir ins grosse Boot, trinken frische Kokossaft und fahren zur Lan Insel, wo uns die Produktion der Kokosnusstoffees vorgestellt wird. Als Letztes fahren wir zu den Phung Inseln. Auf dem Weg dahin gibt es eine traditionelle Gesangsaufführung von Van "Chèo" und To Van.  Auf der Phung Insel lernen wir ein Kulturphänomen des Mekong – Deltas kennen, und zwar einen Denker des 20. Jhd. Nguyen Thanh Nam, der die Religion Dua (die Kokosnuss steht für Bescheidenheit) gegründet hat.
Gegen 13 Uhr kommen wir in Buu Lam Co Tu (Pagode) an. Diese Pagode steht der Familie von Fr. Tuong sehr nah. Der Urgrossvater war der Hauptmönch der Pagode. Die Familie hat beim Aufbau der Pagode viel gespendet. Der amtierende Hauptmönch empfängt uns und lädt uns zum vegetarischen Essen ein. Die Speisen sind für uns ein Festessen.
Danach kehren wir zurück zu Fr. Tuongs Haus, um uns zu erfrischen. Am Abend besuchen wir das Theater Phu Nhuan und sehen uns das Stück “ Die Tränen der Verrückten” an. Dieses Stück reflektiert die Gesellschaftsprobleme durch ein Familiendrama wieder. Die Schauspieler sind hervorragend. Nach der Aufführung treffen wir die Schauspieler und machen mit ihnen Erinnerungsfotos. 

Wir fahren mit zwei Taxis zum Nachtessen. Gegen 2 Uhr in der Frühe kommen wir zu Hause an. Dort sind wir nicht sofort schlafen gegangen, sondern diskutieren über das Theaterstück bis in die Morgenstunden hinein. Thu arbeitet wiedermal an dem Tagebuch durch. 

05.03.2010

Nach zwei Stunden Schlaf stehen wir wieder auf und fahren mit dem Bus nach Tay Ninh der heiligen Stätte der Cao Dai Anhängern. Fr. Tuong hat für uns belegte Baguettes vorbereitet, so dass wir im Bus frühstücken können. Auf dem Weg zur heiligen Stätte Cao Dai fahren wir in Cu Chi bei der Schwiegermutter von Nga vorbei. Die alte Dame ist sehr erfreut über unseren Besuch und hat uns Kokosnüsse zum Trinken mitgegeben. Auf dem Weg ist unser Bus mit einem Strommast zusammengestossen. Die Vollbremsung verursacht ein Chaos im Bus. Thu ist fast aus der Frontscheibe des Wagens rausgeflogen.
In Cu Chi besuchen wir das historische Cu Chi Tunnelsystem und lernen die Verteidigungsanlagen der Vietnamesen im Krieg gegen die US – Armee kennen. Hier können wir das wahre Wesen des Krieges verstehen. Durch diesen Besuch lernen wir den Frieden, die Freiheit und die Vereinigung eines Volkes zu schätzen. 

Van Cheo steigt als Einzige in den alten sehr engen Eingang in die Stadt unter der Erde hinunter. 

Wir kommen etwas verspätet in der heiligen Stätte der Cao Dai Anhänger an. Doch können wir die Mittagsrituale noch miterleben. Die heiligen Bauten dieser Religion sind äusserst farbig und prunkvoll. Der erste Buddha, Jesus Christus, Jade Kaiser, Victor Hugo, Montesquieu, Lao zi, Jiang Zi Ya, Boddhisattva, Guan Gong, Sun Yatsen und weitere historische Personen sind in dieser Religion als Heilige verehrt. 

Auf dem Weg nach Saigon kommen wir noch mal in Cu Chi vorbei und besuchen Huongs Familie. Wir haben einen sehr herzlichen Empfang mit ihren Eltern erlebt. Dort lernen wir das Leben auf dem Lande im Süden Vietnams kennen. 

Gegen 17 Uhr kommen wir in Saigon an. Um 19 Uhr werden wir zu Dung, Thus Cousine zum Essen eingeladen. Bei diesem Zusammenkommen haben wir mit aus Deutschland mitgebrachtem Sekt angestossen. Dabei trägt Katharina ein Stück auf ihrer Geige vor.
Dung kocht mehr als zehn Meeresfrüchten- und Gemüsegerichte für das Stehbuffet.
Später kehren wir zurück zu Frau Tuongs Haus. An diesem Abend fährt Fr. Tuong früher nach Hause, um die Vorbereitungen für den nächsten Tag zu machen. Thu arbeitet in dieser Nacht wieder bis vier Uhr.

06.03.2010

Ab heute verlassen wir Saigon in Richtung Norden. Frau Tuong hat vor unserer Ankunft schon alle Hotels auf unserer Strecke persönlich besichtigt und kontrolliert.
Gegen 7 in der Frühe bringen wir unser Gepäck nach unten, verabschieden uns von Fr. Tuongs Familie und bedanken uns für ihre Gastfreundlichkeit. Dann fahren wir nach Buon Me Thuot, die Haupstadt der Provinz Daklak. Der vielen Baustellen wegen dauert die Fahrt 11 Stunden.
Kurz vor Saigon machen wir im Erholungspark Dai Nam Halt.
Das Klima in Daklak ist sehr trocken, die rote Bazan – Erde ist überall zu sehen. Durch die mineralreiche Zusammensetzung der Erde ist Buon Me Thuot ein idealer Ort um Kaffee, Cashew, Kautschuk und Pfeffer anzupflanzen. Die Pause zwischendurch nutzen wir dazu, um eine Plantage zu besichtigen. Zum ersten Mal erfahren wir, dass der Cashew Kern ausserhalb der Frucht wächst und sich als erster Teil der Frucht entwickelt.
Für Verpflegungen hat Fr. Tuong gesorgt. Zum Frühstück gibt es Klebreis mit Gac Frucht und Hühnerfleisch. Zum Mittagessen Reisballen mit Trockenfleisch und in Öl geschwenkte Bohnen.
Nach langer Fahrt kommen wir gegen 18 Uhr in Buon Me Thuot an. Wir steigen in Trung Nam Hotel ab. Das Hotel ist komfortabel eingerichtet. Nach dem Einchecken an der Rezeption erfrischen wir uns im Zimmer und gehen daraufhin zu einer Musikveranstaltung der ethnischen Minderheit E’ De. In dieser kulturellenVeranstaltung werden uns traditionelle Tänze und Gesänge dieser Volksgruppe vorgestellt. Es ist sehr interessant eine ganz andere Kultur in Vietnam kennenzulernen.
Anschliessend gehen mehrere von uns zum Nachtessen. So haben wir Buon Me Thuot in der Nacht erlebt. Thu und Conni arbeiten an dem Blog bis zur Morgenstunde, ohne Erfolg zu haben. Da jeder weiss, dass unser Reisetagebuch in Deutschland sehnsüchtig erwartet wird, sind die beiden sehr verärgert über die fruchtlose Arbeit. 

07.03.2010

Um 6:30 Uhr geben wir unsere Zimmer ab. Wir bringen das Gepäck in den Bus und fahren zum Frühstück ins Restaurant. Danach fahren wir zum Friedhof der ehtnischen Minderheit M’ Nong. Die traditionelle Grabstätte der Minderheiten in Tay Nguyen (Hochland Zentralvietnams) sind mit Totems ausgestattet. Die Totems sind in drei Gruppen aufgeteilt: Tierfiguren, Szenen aus dem Alltagsleben und heilige Symbole. Dort besichtigen wir Gräber zweier berühmter Elefantenjäger.
Wir fahren weiter zum Ban Don. Auf dem Weg dahin hat uns die Reiseführerin Fr. Viet die Kultur der Minderheiten erklärt und zeigte uns den für das Hochland typischen Baum der ehtnischen Minderheiten, den Konia Baum.
Ban Don ist sehr bekannt für die Elefantenjagd und Elefantenzähmung. Wir laufen über eine Bambus - Hängebrücke, die über den Fluss Serepoc führt, zu den Elefanten. Dort machen viele von uns einen Elefantenritt. Der Ritt geht über den Fluss in das Dorf hinein. Die Flusslandschaft ist sehr idyllisch. Wir nehmen viele Fotos zur Erinnerung auf. Unsere deutschen Freunde hören zum ersten Mal die Sonate des Sommers in der Natur, das Zikadengesang. Es gibt zwar auch Zikaden auf dem Lande in Deutschland, aber keine von ihnen hat jemals ein solches lautes Gesang gehört.
Anschliessend fahren wir in die Stadt Buon Me Thuot zurück und kaufen die Spezialitäten von Buon Me Thuot ein: Kaffee, Pfeffer, Can Schnaps usw. Wir sagen der Reiseführerin Auf Wiedersehen und bedanken uns für ihre informativen Erklärungen. Danach fahren wir zum Mittagessen. Es gibt selbstzusammengestellte Portionen. Nach dem Mittagessen verabschieden wir uns von Buon Me Thuot und machen uns auf den Weg nach Nha Trang. Die Fahrt dauert fünfeinhalb Stunden. Wir müssen den gefährlichen und langen Phuong Hoang Pass überqueren. In Nha Trang angekommen, überrascht die gesamte Gruppe die Familie von Phuong mit einem kurzen Besuch. Die Mutter von Phuong hat sich sehr über unseren „Überfall“ gefreut. Danach fahren wir ins Hotel Phuong Nhung, checken uns ein, machen uns frisch und gehen gegen 19:30 zum Abendessen.
Wir essen eine Spezialität von Nha Trang zum Abend (nem nuong Ninh Hoa). Der Rest des Tages ist zur freien Gestaltung. Viele von uns spazieren die Strassen von Nha Trang entlang, um das Leben hier in sich aufzunehmen. Einige nehmen den Cyclo für eine Stadtrundfahrt. Andere wiederum machen es sich am Strand gemütlich. Thu und Duc arbeiten heute bis nach vier an dem Reisetagebuch. Wir hoffen, dass wir es schaffen werden, morgen im Blog zu veröffentlichen. Aber jetzt ins Bett. Denn morgen erwartet uns noch eine Inseltour vor Nha Trang und weitere Erfahrungen mit der Kultur Vietnams. 

08.03.2010

Heute treffen wir uns gegen 8:30 im Foyer des Hotels. Geplant ist eine Inselrundfahrt mit anschliessendem Baden im Meer. Zum ersten Mal hat sich Thu verspätet, weil sie zum einen zu müde war, zum anderen hat auch keiner sie geweckt. Wir haben auch zum ersten Mal uns selbst um unser Frühstück kümmern müssen. Einige essen belegte Baguettes, andere wiederum gönnen sich eine heisse Nudelsuppe Pho. Laut unserer deutschen Freunde konnten sie sich nicht vorstellen, heisse Suppe zum Frühstück zu nehmen. Sie haben jedoch Gefallen und Geschmack an Pho gefunden. Vor der Abfahrt gibt es hinzu Probleme mit dem Flugticket von Conni, so dass Thu noch Telefonate mit der Airline führen muss.

Nach ungefähr einer halben Stunde Verspätung machen wir uns auf dem Weg zum Hafen. Unser netter, junger und sehr humorvoller Reiseleiter mit dem Künstlername Chin wünscht uns zum Internationalen Frauentag das Beste und begleitet uns zum Hafen, wo wir den Bus verlassen und in das Schiff „Tu Hai 07“ steigen. Für alle Fälle bringen wir Obst, Getränke und Maiskolben mit. Heute ist To Van's Geburtstag. Zum Glückwünschen singen wir ihr Geburtstagslieder.
Unsere erste Station von der heutigen Tour ist die Insel Mun. Wir erleben zum ersten Mal das tiefe blaue, klare Wasser, durch das man die Korallenriffe erkennen kann. Viele von uns sind sofort ins Wasser gegangen und wollen trotz der Hitze gar nicht mehr herauskommen. Conni taucht mit der Schnorkelbrille eine Weile im Meer und kommt begeistert aus dem Wasser, um zu berichten, wie wunderschön die Papageienfische sind. Anna – Katharina nimmt sich die Zeit für einen Sparziergang am Strand und bekundschaftet die Vegetation auf der Insel. Nach dem Baden fahren wir mit einem Glasboden-Boot, sodass wir den Meeresgrund mit all den Korallenriffen und die Fische auch auf dem Trockenem betrachten können. Unser Reiseleiter muss leider auf der Insel bleiben, um auf die Sachen der Gruppen aufzupassen. Die Korallenriffe von Nha Trang gehört zu den schönsten der Welt. Ihre Einzigartigkeit liegt darin, dass die Korallenriffe sehr nah an der Küste liegen. Die bunte Unterwasserwelt hat Ngoc, Dong, Huong, Duc, Hien und To Van dazu überredet, einen Blitztauchgang zu machen. Wir kehren zu der Insel Mun zurück, um unsere Sachen abzuholen und fahren auf das offene Meer, um den Tauchgang zu machen. To Van muss leider den Tauchgang abbrechen, weil sie nicht mit der Sauerstoffflasche umgehen kann.
Unter tobenden Applaus kommen die vier aus dem Wasser heraus. Direkt danach gibt es Mittagessen auf dem Schiff. Es war geplant, dass wir nach dem Essen zu der Anlegerstelle der Insel Mot fahren, um mit den Gästen anderer Schiffe zusammen Spass zu haben. Da der Tauchgang ausser Plan reingeschoben wurde, haben wir leider die Gesangsveranstaltung verpasst. Dafür ist aber zum Internationalen Frauentag ein Tänzer aus Thailand eingeflogen, der auf Schwimmreifen tanzt und Alkohol für die Gäste einschenkt, die mitmachen wollen.
Dong und Hien ziehen die Aufmerksamkeit sämtlicher Gäste auf sich, indem sie einen heissen Tanz hinlegen. Gäste tanzen auf dem Schiff, einige schwimmen im offenen Meer und trinken dabei Wein. Die Frauen des Vinaphunu Asiaticus sind nach einer Weile von dem Treiben überdruessig geworden und entscheiden sich etwas Wassersport zu betreiben. Mit einem Drachenschirm lassen sie sich von einem Motorboot ziehen und fliegen über das Wasser. Nga, Dong, Ngoc, Huyen Van sind die Einzigen, die mitmachen. Leider hat sich Nga beim Start an den Knien und Ellenbogen verletzt. Trotzdem ist sie sehr begeistert von dieser Sportart.
Unsere Tour führt uns als Nächstes zur Insel Soi. Der Strand der Insel ist mit Kieselsteinen übersät. Die Wellen sind gross, so dass die Frauen am Strand sich sonnen können. Da den meisten Fotoapparaten entweder die Batterie ausgegangen waren oder ins Wasser gefallen sind, holen wir einen fliegenden Fotografen, um von uns Erinnerungsfotos machen zu lassen. Er bringt die Fotos am Abend ins Hotel.
Nach einer Stunde steigen wir wieder ins Boot und fahren zu unserer letzten Station der Inseltour. Wir besuchen auf dieser Insel ein kleines Aquarium. Dort gibt es ein paar aussergewöhnliche Fische, die viele von uns vorher noch nie gesehen haben.
Wir kehren nach einer aufregender Inseltour zum Hafen zurück, verabschieden uns von dem netten Reiseführer Chin, und fahren mit dem Bus ins Hotel zurück. 

Einige fahren zum Dam Markt, um Geschenke und Souvernirs für Freunde und Familienangehörigen mitzunehmen. Auf dem Markt tritt Vancheo auf einen spitzen Holzsplitter und holt sich eine Wunde zu. Die Wunde ist so tief, dass das Bluten sehr lange anhielt. Nach einem kurzen Besuch beim Apotheker versammeln sich die Frauen im Hotel, um zusammen essen zu gehen. Wir werden von einem Blumenstrauss aus Saigon zum Frauentag von Rang Dong, dem Sohn von Fr. Tuong, überrascht. To Van lädt alle ein mit ihr Bun ca (Nudel-Fischsuppe) zu essen. Nach dem Essen informiert Thu die Gruppe über das Programm für die nächsten Tage. Der Rest des Abends ist zur freien Gestaltung. Einige der Gruppe sammeln sich vor dem Hotel,  um die Erfahrungen dieses Tages miteinander zu teilen. Einige gehen ins Friseursalon, um sich zu entspannen.
Die Nacht kommt, das Bett ruft. Morgen werden wir zum ersten Mal im Bus übernachten. Daher werden wir, Thu und Duc, für heute „nur“ bis halb eins arbeiten. Vielleicht werden wir morgen früh um fünf aufstehen, um den Sonnenaufgang über Nha Trang zu bewundern. Alles weitere in den nächsten Folgen.

09.03.2010

Einige von uns beginnen den letzten Tag in Nha Trang am Strand. Geplant war, dass wir den Sonnenaufgang zusammen erleben. Da viele gestern die Nacht zum Tag gemacht haben, gönnen sich nur Lê und Hoàn dieses Erlebnis. Gegen 10 Uhr verlassen wir das Hotel Phuong Nhung und fahren zur „Kirche auf dem Berg“ oder auch „Steinkirche“ genannt. Die Kirche liegt auf dem Berg Bông und liegt ungefährt 38 Meter höher als die anderen Gebäuden in der Umgebung. Wir nehmen den Fussweg zur Kirche und bewundern die Bonsaipflanzen, die am Rande des Weges aufgestellt wurden. An der rechten Mauer des Pfades sind Gedenktafel verstorbener Mitglieder der katholischen Gemeinde eingemauertn.
Danach besuchen wir das Heiligtum des Cham – Volkes, die „Cham Türme Po Nagar“. Die Anlage liegt an der Mündung Flusses Cái zum Meer und ist in drei Bereiche aufgeteilt. Das Eingangstor im ersten Bereich ist leider zerstört worden. Im zweiten Bereich sind noch zwei Reihen achteckiger Säulen erhalten worden. Laut dem Reiseführer wurde früher in diesem Bereich möglicherweise die Opfergaben vorbereitet. Die Türme Po Nagar liegen im dritten Bereich den Treppen aufwärts auf einem Hügel. Das heutige Cham – Volk stammt ursprünglich aus dem Champa Volk, das hinduistisch geprägt war. Die Türme sind den hinduistischen Göttern geweiht. Da das Boddhi-Blatt   ein Symbol für den Hinduismus ist, ist es überall an den Türmen zu sehen. Bei den Chams hatten nur die Priesterkaste den Zutritt zu den heiligen Stätten und nur der Hohepriester allein durfte die Räumlichkeiten betreten. Daher wurden die Eingänge sehr klein gehalten. Wissenschaftler haben noch keine Erklärung für die fugenlose Bauweise der Türme gefunden. Keine der aufgestellten Theorien wurden bestätigt.
Nach dem Rundgang besuchen unsere Frauen wie immer das Souvernirshop. Nha Trang ist auch berühmt für seine wertvolle Sandelholzprodukte. Unsere Frauen kaufen Schmuck und Dekorationen aus Sandelholz als Geschenke für Familie und Freunde. Sie sind auch sehr begeistert von den Sandbildern, die von einer Künstlerin gemacht wurden, die als einzige in Nha Trang sich mit dem Sandbildkunst beschäftigt.
Das letzte Ziel in Nha Trang ist die Long Son Pagode. Die Pagode wurde vor über 100 Jahren gebaut. Vom Hauptgebäude der Pagode laufen wir 193 Treppen hoch zum Gipfel des Hügels Trai Thuy, wo die in Vietnam größte sitzende Buddha-Statue (Kim Than Phat To) im Freien zu sehen ist. Buddha wurde in der Stellung des Lehrens dargestellt. Die Statue ist 21 Meter hoch und sitzt auf einem Lotussockel, der 7 Meter hoch gebaut wurde, sodass man von den kommenden Schiffen aus sie auch sehen kann. Unter der Statue sind Gemälder von sieben Mönchen zu sehen, die zur Zeit des Ngo Dinh Diem Regimes aus Protest gegen die Unterdrückung des Buddhismus sich bei lebendigem Leibe verbrannt haben. 

Nach dem „anstrengenden“ Herunterklettern stürmen wir die Verkaufsstände mit  Zuckerrohrsaft und frischem Tofu im Ingwersirup. Die Verkäufer freuen sich natürlich sehr über unseren „Durst“, da sie durch uns ihr gesamtes Angebot an Getränken verkaufen.
Auf dem Weg nach Hoi An machen wir am Strand Dai Lanh Pause, spazieren an einem abgelegenen Strand und machen Erinnerungsfotos.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt nach Hoi An fort. Das ist das erste Mal, dass wir die Nacht im Bus schlafen. Die lange Fahrt verbringen wir mit singen. Lê legt eine Performance vor, die uns alle verblüfft hat. Hoan singt ihr Lieblingslied „Tau anh qua nui“ und alle singen oder summen mit. Es ist ein sehr amüsanter Abend geworden. An diesem Abend ist die Gruppenzugehoerigkeit deutlich zu spüren. Sáu, einer der Busfahrer ist hingerissen und singt uns auch seinerseits Lieder aus seiner Region und ein „selbst komponiertes Lied“ nach der Melodie des Liedes Kachiusa vor. Alle bewundern sein Singtalent und schreiben zur Erinnerung an ihm den Text auf.

10.03.2010

Mit mehreren Stops unterwegs haben wir die 14 stündige Fahrt von Nha Trang nach Hoi An überlebt. Thu bleibt fast die ganze Nacht mit den Fahrern wach, um sie zu motivieren. Nga vertritt Thu für eine Stunde, damit Thu sich kurz hinlegen kann. Gegen 3 Uhr in der Frühe haben wir in Tam Ky eine Reifenpanne. Während die Frauen im Bus weiterschlafen, müssen unsere Busfahrer den Reifen wechseln und nutzen gleich die Gelegenheit Kaffee zu trinken. Thu trifft hier ihre Cousinen, die sie seit über zwanzig Jahre nicht gesehen hat und die fast die ganze Nacht auf sie gewartet haben. Da Thu Halsschmerzen hat, sollen ihre Cousinen ihr eine Flasche Salzwasser zum Gurgeln mitbringen. Weil sie zu Hause aber kein Salz gefunden haben, bringen sie in Wasser aufgeloeste Suppenbruehe mit, da sie davon ausgehen, dass sie auch Salz enthält. Das ist für Thu eine Erfahrung, die man im Leben kein zweites Mal machen sollte, und bietet anderen die Gelegenheit wieder einmal soviel zu lachen bis Bauchschmerzen kommen. Nach dem alles geregelt wurde, fahren wir weiter zu einem außerplanmäßigen Ziel, Quang Nam. Wir besuchen die Tempelstadt My Son des Cham Volkes. Die Stätte ist in der Liste der UNESCO aufgenommenen Weltkulturerben. Dieses Gebiet wurde während des Krieges von den amerikanischen Fliegern bombardiert, so dass leider fast alles zerstört wurde. Restaurationsarbeiten sind aufgrund der ungeklärten Bauweise der Cham  besonders schwerig. Von den 70 Tempeln, die man am Anfang des Jahrhunderts entdeckt hat, sind jetzt nur noch etwas mehr als 30 teilweise erhalten. Hier finden wir diese fugenlose Bauweise der Cham wieder. Eine der vielen Theorien besagt, dass man die Tempeln fertiggestellt hat, bevor sie mit Erde überdeckt und noch mal im Ganzen gebrannt wurden, damit die Ziegel "zusammenwachsen" können.
Wir besuchen eine Cham-Tanzaufführung. Besonders Anna Katharina bewundert die Grazie der Tänzerinnen und die Technik des alten Cham Musikers. Wir fahren danach zu unserem eigentlichen Ziel: Hoi An. Gegen Mittag kommen wir in unserem Hotel an, das ungefähr 10 Minuten Fußmarsch von der Altstadt entfernt ist. Unserem Hotel gegenüber ist ein Tempel, der Konfuzius geweiht ist. Wegen der langen Nacht im Bus hat uns Thu ausnahmsweise zwei Stunden Ruhezeit gegeben, bevor wir zusammen kommen und in die Altstadt gehen. Einige haben die Zeit genutzt um sich hinzulegen. Von unseren deutschen Freunden haben wir später erfahren, dass sie auch tief und fest geschlafen haben.
Hoi An liegt 30 km südöstlich von Da Nang entfernt. Zwischen dem 16. und 19. Jhd. und besonders während der Nguyen Dynastie war Hoi An eine blühende Hafenstadt Südvietnams. Die Atmosphäre in Hoi An ist sehr idyllisch und nostalgisch. Die Menschen sind friedlebig und anmutig. Die Existenz der Stadt Hoi An, deren alten Gebäuden und traditionellen Sitten über Jahrhunderte lang erhalten und weitergegeben hat, ist in Vietnam einzigartig und in der Welt sehr selten wiederzufinden. Sie ist ein lebendiges Museum über altertümliche Architektur und urbanes Leben.  Wir gehen zusammen in die Altstadt, lassen einige Gruppenfotos an einer alten überdachten Pagodenbrücke machen. Diese Brücke ist das Symbol Hoi Ans. Am Anfang der Brücke stehen zwei Affenstatuen und am Ende zwei Hundestatuen. Diese symbolisiert den Anfang und das Ende der Bauzeit der Brücke. Dort trennen wir uns, damit jede seinem Interesse nach die Stadt erkundigen kann. Unsere kleine Gruppe beobachtet eine religiöse Zeremonie einer Gemeinde und spazieren durch die kleinen und großen Gassen. Hier bekommt Thu einige Inspirationen für die nächste Tetfest-Ausstellung. Wir wurden von Freunden wärmsten empfohlen, am Abend das kleine Café am Wasser zu besuchen, das eine nostalgische Atmosphäre ausstrahlt. Am Abend wurde die Stadt von Lampions illuminiert, was einem das Gefühl gibt, sich gerade mitten in der Vergangenheit zu befinden.
Zurück in die Zukunft, am späten Abend ziehen viele Frauen unserer Gruppe los und stürmen die Straßenrestaurants von Hoi An. Auf dem Weg zurück ins Hotel sehen wir unsere deutschen Freunde in einem Cafe mit großen und kleinen Souvernirtaschen. Unsere Portemonnaies sind, wenn wir uns nicht zu sehr geirrt haben, um einiges leichter geworden, da das Schneiderservice in Hoi An atemberaubend schnell, günstig und gut ist. Viele haben Lampions gekauft, andere wiederum Schmuck. Duc lässt ein Paar Schuhe anfertigen, das am nächsten Morgen in der Frühe geliefert wurde.
Der Tag in Hoi An war farbenfroh und erlebnisreich. Wir empfehlen jedem Vietnam - Besucher Hoi An unbedingt auf seine Reiseroute zu setzen!

11.03.2010

Heute fahren wir in die alte Kaiserhauptstadt Hue. Wir legen auf dem Weg nach Hue einen Zwischenstop in Da Nang ein und besichtigen Ngu Hanh Son, das Fünf - Elementen - Gebirge. Die fünf Berge wurden nach den fünf Elementen benannt; Metal, Holz, Wasser, Feuer und Erde. Aus Zeitgründen besuchen wir nur Thuy Son, das Wassergebirge. Dieses Gebirge hat drei Gipfel. Auf jedem Gipfel sind Pagoden und Höhlen zu besichtigen. Besonders schön sind Chua Non Nuoc, die Pagode des Gebirges und des Flusses und Dong Huyen Khong, die Höhle des Mysteriums. In dieser Höhle sind die buddhistische Statuen direkt in die Steine des Gebirges eingemeißelt worden. Es gibt viele natürliche Steinformationen an der Decke der Höhle, die die Besucher etwas anderes erkennen lassen wie zum Beispiel Elefantenköpfe. Anna Katharina ist von den Trommeln in der Höhle so fasziniert, dass sie gleich losgetrommelt hat.
Am Fuße des Gebirges ist ein Bildhauereidorf. Wir besuchen eine Bildhauerwerkstatt, kaufen dort Souvernirs und machen uns endlich auf dem Weg nach Hue.
Gegen Spätmittag kommen wir in Hue an. Wir haben uns sofort auf dem Weg zum Tu Hieu Pagode gemacht. Der vorsitzende Mönch der Pagode Pho Da in Berlin, der mit VINAPHUNU eine Freundschaft verbindet, ist in dieser Pagode aufgewachsen. Der Name dieser Pagode, Tu Hieu, wurde vom König Minh Mang der Nguyen Dynastie verliehen. Übersetzt heißt sie „Pagode der Kindespietät“. Er geht auf die wahre Geschichte eines Mönches zurück, der seiner Mutter wegen, die Sünde des Tötens (Tiere schlachten) auf sich genommen hat, damit seine Mutter von ihrer Krankheit geheilt wird. Daraufhin war Kaiser Ming Mang so gerührt, dass er die Pagode, wo der Mönch gelebt hat, ausbauen ließ und die Pagode umbenannt hat.
Anschließend besuchen wir das Grabmal des vierten Königs der Nguyen Dynastie, Tu Duc. Tu Duc hat schon früh an sein „Haus nach dem Tod“ gedacht. Er hat die Anlage schon kurz nach der Thronbesteigung bauen lassen und war der einzige König der Nguyen Dynastie, der diese Anlage zur Lebzeit genutzt hat. Tu Duc war auch ein Dichter. Seine Anlage ist sehr idyllisch und romantisch, es gibt viele hundert Jahre alte Francipani-Bäume, die das ganze Jahr über blühen. Er war auch der einzige König der Nguyen Dynastie, der kein eigenes Nachkommen hat, sodass nach seinem Tode seine Pflegesöhne, ein nach dem anderen, zum König benannt wurden.
Historisch betrachtet ist die Tu Duc Grabanlage durch den Aufstand während des Baues berühmt geworden. Die Anlage hieß ursprünglich Cung Van Nien, was gleichbedeutend mit „Palast der Ewigkeit“ ist. Nach dem Aufstand wurde sie in Khiem Cung, Palast der Demut, umbenannt. Die Namen aller 50 Bauwerke beinhaltet das Wort „khiem“ (Demut). 

Wir checken am Frühabend im Hotel ein und gehen schon nach einer halben Stunde zum Hafen des Parfüm – Flusses, besteigen ein Boot und wohnen der „ca Hue“ Aufführung bei. „Ca Hue“ ist eine traditionelle Form von Gesang und traditioneller Instrumentenbegleitung, die nur in Hue zu finden ist. Sie ist die Brücke zwischen der Hof- und der Volksmusik. Die Pause in der Aufführung nutzen wir dazu, Wasserlampions in den Fluss zu lassen. Man glaubt, dass dann seine Wünsche in Erfüllung gehen werden.

Nach der bezaubernden Aufführung gehen wir zu einem kleinen Imbiss und essen dort Hues Spezialitäten, banh bot loc, banh beo und banh nam. Nhung und Thuy Van konnten leider nicht mit uns verreisen, aber trotzdem haben sie uns Geld gegeben, da mit wir mal zusammen etwas unternehmen können, als ob sie dabei wären. Dieses Essen ist daher von Ihnen spendiert worden. Direkt danach haben wir unsere deutschen Freunde zum Kaffee Trinken geschickt und essen „trung vit lon“, Enteneier, eine vietnamesische Delikatesse. Nur Anna Katharina ist bei uns geblieben. Wir müssen sie noch über ihr „Erlebnis“ nachfragen. Danach spazieren wir auf der historisches Trang Tien Brücke, um Hue am Abend zu erleben. Danach kehren wir zum Hotel zurück, um uns für den morgigen Tag auszuruhen. 

12.03.2010

Enige von uns frühstücken heute andere Spezialitäten von Hue; bun bo gio heo, eine Art von Reisnudelsuppe mit Rindfleisch und Schweinehaxe oder com hen, Reis mit Muschelsuppe. Danach haben wir unser Zimmer geräumt. Gegen 8 Uhr fahren wir die Zitadelle und die Verbotene Stadt von Hue besichtigen. Wir haben zuerst das Ngo Mon Tor besichtigt, das 1833 südlich von der Zitadelle gebaut wurde. Das ist das Haupttor und das grösste Tor. Übersetzt heisst es „das Tor des Zenits“ oder „das Tor in Richtung des Pferdes“, die nach der asiatischen Philosophie "die Richtung des Herrschers" bedeutet.
Die Zitadelle in Hue ist nach dem Vorbild der „Verbotenen Stadt“ in Peking nachgebaut worden. Sie ist in drei Bereiche aufgeteilt. Jeder Bereich ist durch Mauern und Wassergraben geschützt. Der innerste Bereich ist die Verbotene Stadt, wo nur der König und seine Familie Zutritt hatten.
Die Zitadelle ist durch den Krieg und Kunstraub schwer beschädigt worden. Die Rekonstruktionsarbeiten sind noch im Gange, so dass wir zum Beispiel die Verbotene Stadt nicht besichtigen können.

Das nächste Ziel in Hue ist die Thien Mu Pagode (Pagode der himmlischen Alten). Sie ist die älteste, grösste und schönste Pagode in Hue. Der Fürst Nguyen Hoang hat diese Pagode erbaut, nach dem er von einer alten Frau geträumt hat, die ihm vorhersagte, dass ein wahrer Herrscher nach Hue kommen wird. Nguyen Hoang meinte daraufhin, dass er von ihr unterstützt, und er eines Tages die Herrschaft über das Land übernehmen wird. Später wurde die Thien Mu Pagode vom Thieu Tri König in die Gruppe der 20 Sehenswürdigkeiten Hues erhoben.
Am Mittag fahren wir zum Dong Ba Markt und essen dort in einem Strassenlokal. Da ein Lokal neben dem anderen angereiht ist, wurden um wir von den Besitzerinnen heiss umkämpft. Anschliessend lassen wir uns etwas Zeit und gehen einkaufen. Danach besuchen wir lang Khai Dinh, das Grabmal des 12. Königs der Nguyen Dynastie. Die Grabanlage Khai Dinh vereinigt in sich die Kultur des Westen und des Osten. Man kann Einflüsse aus dem Hinduismus, Buddhismus, Katholizismus, Elemente aus dem europäischen, ostasiatischen und westasisatischen Raum erkennen.
Die letzte Sehenswürdigkeit, die wir in Hue besichtigen ist die Grabstätte des Ming Mang Königs. Ming Mang war der König, der in der Nguyen Dynastie die meisten Frauen und Kinder hatte. Er hatte die Fertigstellung dieser Anlage leider nicht mehr miterlebt.
Bis jetzt hat man noch nicht herausgefunden, wo der König liegt. Die Grabanlage selbst ist nur 18 Hektar groß. Aber die verbotene Zone dehnte sich auf 475 Hektar hinaus. Sicher ist nur, dass der König in diesem Gebiet bestattet wurde.
Wir verlassen die Stadt Hue in Richtung Ninh Binh. Bis zum nächsten Morgen sind noch fünf Verabredungen zum Essen bei fünf verschiedenen Familien.
Unser erstes Ziel ist eine Bauernfamilie, die mit der Frau Tuong verschwägert ist und außerhalb der Stadt Hue wohnt. Wir fahren mit dem Bus zu ihrem „Millionen Sternen Restaurant“ in mitten nirgendwo und sind so gerührt von ihrer Gastfreundschaft und Herzlichkeit, dass jede zugelangt hat, trotz des Wissens, dass noch weitere Essen vor uns stehen. Die Gastgeberin singt zum Abschied das Lied „Hue thuong“. Dieses Erlebnis hat uns alle zutiefst berührt. Die Einfachheit der Menschen und die ärmlichen Lebensumstände haben ihre Freundlichkeit nicht nur nicht geschwächt, sondern ist um ein vielfaches verstärkt ausgeprägt. Wir verabschieden uns von der Familie und fahren weiter zu unserem nächsten Treffen.
Wir kommen gegen 21 Uhr in Dong Ha an, eine kleine Provinzstadt in der Nähe von Hue. Dong Ha ist die Hauptstadt der Provinz Quang Tri, die ein schwer umkämpftes Gebiet im Krieg war. Dort werden wir von Thuys (Vinh) Familie empfangen. Thuy konnte an dieser Reise aus familiären Gründen leider nicht teilnehmen. Sie hat uns aber ausdrücklich die Einladung ihrer Eltern ausgerichtet. Wir werden dort von ihrer gesamten Familie herzlich empfangen. Ihre Eltern leben zusammen mit der Familie ihres Bruders. Sie haben Hühnerreissuppe vorbereitet und sehr viele Spezialitäten der Regionen gemacht, so dass wir auch taschenweise Essen mitnehmen können. Sáu und Kim können leider keinen Parkplatz vor dem Haus finden, so dass sie woanders den Bus abstellen müssen. Daher bringt die  Mutter von Thuy ihnen Essen zum Bus.
Thuys Vater war Bürgermeister der Provinz. Nach der Pension ist er ehrenamtlich bei einer wohltätigen Organisation beschäftigt, die Spenden für Schüler und Studenten aus armen Familien sammelt. Dort haben wir die Spende von den Kindern der Vietnamesisch-Kurse von VINAPHUNU übergeben. Dazu haben die Frauen der Reisegruppe wieder spontan ebenso Geld für diese Organisation gespendet.
Nach ein paar Stunden sagen wir ihnen Lebewohl, bedanken uns bei ihnen und machen uns wieder auf dem Weg. 

13.03.2010

Gegen Mittenacht kommen wir in Vi Tuyen 17, am 17. Breiten Grades an. Hier war die Grenze, als Vietnam 1954 in Nord- und Süd Vietnam aufgeteilt wurde. Bei Ankunft war es so stockdunkel, dass wir die beiden netten Busfahrer gebeten haben, das Busfernlicht anzuwerfen, damit wir das Mahnmal nicht in der absoluten Finsternis besichtigen müssen. Wir machen Erinnerungsfotos an der „vietnamesischen Berliner Mauer“ und fahren weiter.
Gegen 1 kommen wir in Dong Hoi an. Dort besuchen wir die Familie eines ehemaligen Gefangenen, der von Elke und Thu während seiner Haft in Deutschland betreut wurde. Ein Ziel unserer Reise ist nicht nur, dass die Frauen die Kultur des Landes kennenlernen oder vertiefen, sondern dass auch eine Kommunikation zwischen den Menschen ermöglicht wird. Nicht nur die Mitglieder des VINAPHUNU werden besucht, sondern auch die Menschen, die indirekt durch die Arbeit ein Teil des VINAPHUNU wurden. Diese Besuche fallen nicht unbedingt in die Kategorie Freundesbesuche. Durch unser Treffen hoffen wir jedoch, einen - wenn auch winzigen - Teil zur Reintegration in die Gesellschaft beizutragen. Tatsache ist, dass Sträflinge, die auch entlassen werden, in der Gesellschaft geächtet werden. Auch ein kleiner Besuch kann sie ermuntern und ihnen vielleicht dazu Anstoss geben, ein neues Leben anzufangen.
Kurz vor 5 Uhr in der Frühe kommen wir in Ha Tinh an. Dort erwarten uns zwei weitere ehemalige Sträflinge, die seit 2 Uhr in einem Cafe am Rande des Highways auf uns gewartet haben. Dort werden wir von den beiden zum Kaffee eingeladen. Wir haben uns lange mit ihnen unterhalten. Doch ein Satz von den beiden hat uns tief berührt, „Männer wie wir dürfen nie weinen, aber jetzt sind in unseren Herzen Tränen.“ 

In Thanh Hoa haben wir Mittagspause eingelegt. Elke und Vân chèo haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sich die Haare waschen und den Kopf massieren lassen. Nach dem Mittagessen fahren wir nach Ninh Binh.
Ninh Binh ist berühmt für seine Phat Diem Kirche, die 1891 gebaut wurde. Als der Katholiszismus nach Ninh Binh kam, ließ die katholische Kirche ein Gotteshaus in Form der buddhistischen Pagode bauen. Man dachte, dass sich die potentiellen Anhänger in einer bekannten Umgebung einfacher an die neue Religion gewöhnen. Nach dem wir die Kirche besucht haben, ist es dunkel geworden. Wir fahren mit dem Bus weiter zur Bai Dinh Pagodenanlage. Schade, dass wir bei der Dunkelheit die schöne Flussgebirgslandschaft nicht bewundern können. Als wir ankommen, sind wir die letzten Besucher. Von den Menschen aus der Region bedrängt und von der Reise ermüdet, können wir leider die Pagodenanlage nicht besichtigen. Zum zweiten Mal gibt Frau Tuong uns aus der Reisebudget Geld zurück. Bis jetzt haben wir insgesamt 150 Euro von den im voraus gezahlten 900 Euro Reisekosten erstattet bekommen. Frau Tuong hat die Kosten stets so berechnet, dass wir immer das Beste zum niedrigsten Preis bekommen. Sie ist wahrlich ist eine exzellente Geschäftsfrau.Viele tuscheln schon, dass Frau Tuong die Fähigkeit hat, sogar das passende Wetter für die Reise zu bestellen.
Am Spätabend kommen wir in Hanoi an. Wir checken in das Hotel King Crown ein. Einige Hanoier unter uns fahren zu ihrer Familie zur Übernachtung nach Hause. Sáu und Kim haben wieder Mühe gehabt, einen Parkplatz für den Bus zu finden. Da unser Hotel im Zentrum liegt, und es dort keinen Parkplatz für grosse Wagen gibt. Die beiden kehren erst gegen 1:30 in der Frühe verhungert zurueck. Restaurants in Hanoi schliessen leider viel früher als in Saigon.

14.03.2010

Heute verlässt Duc aus familiären Gründen für einen Tag die Gruppe. Thu übernimmt wieder die Übersetzungsarbeit für unseren deutschen Freunde, so dass sie neben der Aufgabe „Reiseführerin“ zu sein, auch noch Dolmetscherin, Fotografin und Filmemacherin in eins ist.
Am Morgen geht die Gruppe zum ersten Mal in Hanoi frühstücken. Es gibt hochdeliziöse Wantansuppe mit Krebsfleisch.

Anschliessend nehmen wir die erste Sehenswürdigkeit der Hauptstadt in Angriff. Zuerst gehen wir vom Hotel aus den Schwertsee besuchen. Wir machen Erinnerungsfotos in Ly Thai Tos Gedenkstätte, der erste König der Ly Dynastie, der vor 1000 Jahren die Hauptstadt Thang Long (heute Hanoi) gegründet hat. Da es in Hanoi sehr schwierig ist mit dem Bus in der Altstadt zu fahren, gehen wir zu Fuss von Ly Thai Tos Gedenkstätte aus, um den Schwertsee zu besichtigen. Das Ufer des Schwertsees ist mit Trauerweiden, Phönix- und Loc Vung - Bäumen bewachsen. Dadurch bekommt der Schwertsee eine sehr romantische Wirkung. Wir laufen über die The Huc Brücke (Sonnenschein Brücke) zum Ngoc Son Tempel (Jadeberg Tempel), der Van Xuong, ein Literaturstern, und Tran Hung Dao, ein Held im 13. Jhd., geweiht ist. Am Eingang der Brücke steht eine Säule, die ein Schreibpinsel symbolisiert, das ein Bild "auf den blauen Himmel" zeichnet (ta thien thanh). 

Nach einem kurzen Aufenthalt am Schwertsee, den wir dazu benutzt haben, den Schildkrötenturm (thap rua) im See zu bewundern und Fotos zu schiessen, machen wir uns auf dem Weg zum Van Mieu (dem Literaturtempel), Quoc Tu Giam (der ersten Universität VNs). Van Mieu mit Quoc Tu Giam gehören zu den historischen Kulturerben von Hanoi. Die Anlage liegt im Süden der alten Hauptstadt Thang Long der Ly Dynastie. Wenn wir die 1000 jährige Tradition von Hanoi betrachten, ist der Literaturtempel nicht wegzudenken. Van Mieu ist ein Tempel, der Konfuzius, seinen Schülern und Chu Van An, der erste Universitätsrektor von Quoc Tu Giam geweiht ist. Quoc Tu Giam ist heute leider nicht mehr vollständig erhalten. Van Mieu wurde im Jahr 1070 erbaut und war auch die erste Schule für die königliche Familie. Erst 1076 hat Ly Nhan Tong Quoc Tu Giam neben Van Mieu errichten gelassen. Anfänglich war die Immatrikulation nur der Königsfamilie und Mitglieder der Adelsklasse vorbehalten. Ab der Tran Dynastie wurde die Universität für jeden guten Studenten aus den unteren Schichten zugänglich gemacht. Van Mieu Quoc Tu Giam ist eine sehr harmonische, ruhige und schöne Anlage, eine Umgebung ideal für das Studieren und Forschen. Heute pilgern Schüler und Studenten meist vor einer wichtigen Prüfung hierher, um für Glück und Erfolg zu beten. Wenn wir das Dai Trung Tor durchqueren, kommen wir zum Khue Van Cac (eine überdachte Terrasse, die dem Literaturstern geweiht ist). Khue Van Cac ist sehr aussergewöhnlich, dennoch einfach und elegant. Die Terrasse ist unten von vier Säulen gestützt. Über die Treppen gelangt man zur Terrasse, die aus Holz ist und mit floralen Motiven geschnitzt wurde. Das runde Fenster und die Holzbalken um das Fenster symbolisieren den Literaturstern. Über das Dai Thanh Tor (Tor des Erfolges) überqueren wir den grossen Vorplatz zum Tempel des Konfuzius und seiner Schüler.
Danach fahren wir zum Chua Mot Cot (die einsäulige Pagode). Diese Pagode wurde in der Ly Dynastie gebaut, um Glück und langes Leben für den König zu erbeten. Diese Pagode gehört zu den architektonisch aussergewöhnlichsten unter Denkmalschutz stehenden Bauten in Hanoi. Zusammen mit Khue Van Cac gehört die Pagode ebenso zum Stadtbild. Beide sind Hanois Wahrzeichen. 

Als nächstes Ziel besuchen wir das Mausoleum Ho Chi Minhs. Aus Zeitgründen lassen wir nur Erinnerungsfotos vor dem Mausoleum machen und fahren gleich zum Quan Thanh Tempel, der sich nur um die Ecke befindet. Quan Thanh Tempel ist einer der vier daoistischen Tempel in Hanoi, der Huyen Thien Tran Vu, eine Legendengestalt der Stadt, geweiht ist. In diesem Tempel steht die Tran Vu Bronzestatue, die 1667 gegossen wurde und 3,69 Meter hoch und fast 4 Tonnen wiegt. Die Statue ist in der Sitzstellung mit offenen Haaren, barfuss, die Finger der linken Hand in der schamanistischen Stellung, die rechte Hand hält einen Zauberschwert, der von einer Schlange umschlingt wird, und auf eine Schildkröte steht. Diese Stellung ist typisch für einen Daoist. Die Statue ist einzigartig in Vietnam und symbolisiert den Höhepunkt der Bronzegusskunst in Vietnam. 

Leider können wir Phu Tay Ho (Westsee Tempel) nicht besuchen, obwohl wir uns schon in der Nähe befinden, weil unser grosser Bus in den kleinen Strassen nicht wenden kann. Der Westsee-Tempel ist der Mutter Lieu Hanh, eine der vier unsterblichen Heldinnen Vietnams, geweiht. Er ist hinzu eine der aussergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten um den Westsee. Früher wurden um den Westsee (auch Nebelsee genannt) Paläste für die Königsfamilie gebaut. An schönen Tagen konnten die Bürger den König in seinem goldenen Drachenboot mit seinen Konkubinen auf dem See beobachten. 

Unser letztes Ziel in Hanoi ist die Tran Quoc Pagode, die auch am Westsee liegt. Sie ist eine der schönsten Pagoden um den Westsee. 

Da wir am nächsten Morgen uns von den beiden Busfahrern Sáu und Kim trennen werden, lädt Hien die gesamte Gruppe und die beiden zum banh tom essen ein  (Süsskartoffelpuffer mit Garnelen). Banh tom ist die Hanoier Spezialität. Sie erinnert uns an die Kriegszeit, wo banh tom ein Luxus war. 

Danach ist der Tag zur freien Gestaltung. Die meisten Teilnehmerinnen erkunden die Altstadt, während Thu Bücher für VINAPHUNU kaufen geht. Sie schafft es, 50 kg Bücher in Hanoi innerhalb weniger Stunden zu kaufen. Die Altstadt von Hanoi ist das Zentrum Thang Longs, das circa 100 Hektar gross ist und im Osten des alten Stadtgebiets lag.
Die Häuser in der Altstadt wurden auch Schlauchhäuser genannt, die sehr schmal, aber tief  und relativ niedrig gebaut wurden. Das kam von der Regelung, dass die Häuser nicht höher als die Königssänfte gebaut werden durften. Die Strassennamen wurden nach den angebotenen Waren und Berufsgemeinden benannt. Die Häuser stehen heute unter Denkmalschutz. Das Leben in der Altstadt ist sehr farbig und mannigfaltig mit verschiedenen Festen und Zeremonien, die in den vielen Tempeln, Pagoden stattfinden.

Am Abend treffen sich viele aus der Gruppe und gehen gemeinsam Kaffee trinken. Sie sehen Conni, Elke und Susanne mit Taschen überladen ins Hotel zurückgehen. An diesem Abend hat Thu ihre Tasche zum Schrecken aller in einem Café vergessen. Erst als wir in einem Strassenimbiss, das Schnecken verkauft, sitzen, hat sie den Verlust bemerkt. Durch die Hilfe ihres Freundes bekommt sie die Tasche von den drei Kellnern jedoch zurück. Zufällig treffen wir einen bekannten Schauspieler/ Kabarettisten. Wir unterhalten uns mit ihm, machen Erinnerungsfotos und tauschen Telefonnummer aus. Danach gehen wir erheitert ins Hotel zurück. 

15.03.2010

Wir haben sämtliche offizielle Besuche auf diesen Tag zusammengelegt, so dass wir schon sehr früh vom Hotel losfahren müssen. Wir, Sáu und Kim werden von Hoan zum Frühstück eingeladen. Dann verabschieden wir uns von unseren beiden netten Busfahrern aus Sai Gon. Die meisten von uns haben das aus der Reise entstandene „Übergepäck“ mit dem Bus nach Sai Gon zu Frau Tuongs Haus geschickt.
Unser erstes Treffen ist die Redaktion der Zeitung „Phu Nu“ (vietnamesisch für Frauen). Diese Zeitung ist der Sprecher für die „Zentrale Frauenunion“ Vietnams. Das haus verlegt 5 Zeitungen und Zeitschriften. In diesem Verlaghaus wurden schon öfter über VINAPHUNU berichtet, viele Artikel von Thu und unseren Mitgliedern wurden hier gedruckt. Nach einem vertrauten Gespräch mit der Chefredakteurin, Frau Thuc Hanh und den Journalisten übergeben wir die Spende von der Kalligraphie Ausstellung zum Tet-Fest 2009 für die Agent-Orange-Opfer und gehen danach mit ihnen zusammen zur Zentralen Frauenunion. Dort empfängt uns die Vorsitzende der „Zentralen Frauenunion“, Frau Nguyen Thi Thanh Hoa und ihr Stab, Frau Duc Hien und Frau Tran Thi Lan und andere Journalistinnen. Nach offizieller Bekanntmachung und Austausch von Informationen, bedankt sich Frau Thanh Hoa bei der Berliner Senatsverwaltung für Frauen für die finanziellen Unterstützung des VINAPHUNU in all den Jahren. Sie freut sich natürlich, wenn weiterhin von der deutschen Regierung diese Unterstützung besteht. Nach dem Gespräch machen wir Erinnerungsfotos, verabschieden uns mit deren Versprechen, dass sie uns besuchen müssen, wenn sie mal nach Berlin kommen.

Nach diesem Treffen fahren wir zum Museum der Geschichte der vietnamesischen Armee. Dort lädt uns der Direktor des Museums zum Mittagessen ein. Mai (Vinh), ein Mitglied des VINAPHUNU ist die Tochter des Direktors Le Ma Luong. Herr Le Ma Luong ist ein General, der mit seinem Propaganda Spruch Generationen von Jugendlichen im Krieg geprägt hat. Es gab bun cha, cha la lot, Reisnudel mit gegrilltem Fleisch und gegrilltem Fleisch-Kräuter zum Essen. Danach empfängt uns der General und sein Stab persönlich. Nach einem Gespräch, bei dem wir ihn viele interessante Fragen gestellt haben, besichtigen wir das Museum und machen Erinnerungsfotos am Fahnenturm von Hanoi mit dem General. Der Fahnenturm ist Hanois Symbol, das Anfang des 19. Jds. erstellt wurde und im Gebiet des alten Regierungsviertels Thang Long war. Danach müssen wir auch schon zum Büro von WWF fahren.
WWF Greater Mekong hat einen neuen Geschäftsführer, Herr Ramesh. Von einer Gruppe vietnamesischer Frauen, die aus Deutschland angereist ist, ist er selbstverständlich sehr verwundert. Besonders da uns Umweltthemen beschäftigen und Ausstellungen veranstaltet haben, um Spenden zu sammeln und diese auch höchstpersönlich bei WWF in Vietnam zu überreichen. Dazu übergaben wir ihnen ein Album mit Fotos der Ausstellungen. Das "plötzliche" Interesse des VINAPHUNU für Umweltschutz wurde durch Aymi Tran und Nemanja Vucicevic geweckt, die beim Wettbewerb von WWF im Oktober 2008 eine Werbekampagne zum Tierschutz seltener Tierarten zu designen den ersten Platz gewannen. Es sei für den Herrn Ramesh eine Motivation seine Arbeit besser zu machen und auch die Bestätigung, dass die Arbeit von WWF die Bevölkerung erreicht hat.
Nach dem wir uns von WWF verabschiedet haben, ist die Zeit bis zur Abreise nach Sapa zur freien Gestaltung.

Gegen 19:30 holt der Reiseführer Thang uns vom Hotel ab. Wir fahren gemeinsam zum Bahnhof, steigen in den Zug und fahren im Schlafabteil nach Lao Cai.
Kurz vor der Abfahrt ist durch ein Mißverständnis zu einer Streitigkeit gekommen, die, Gott sei gedankt, noch während der Fahrt geklärt werden kann. 

16.03.2010

Gegen 4 Uhr in der Frühe kommen wir in Lao Cai an. Viele von uns waren überrascht geweckt worden, als lustige Unfälle geschahen. Wie zum Beispiel dass Hien die Hose von der dünnen Lê fälschlicherweise angezogen hat, oder Duc den ganzen Tag mit dem falschrum angezogenen T – Shirt rumgelaufen ist.
Wir warten ungefähr eine Stunde am Bahnhof, vertreiben die Zeit mit quatschen und fahren mit dem Wagen von Viettravel nach Sapa, ins Hotel. Sapa liegt ungefähr 2000 Meter über dem Meeresspiegel. Als wir mit dem Bus hochfahren, können wir die Schönheit von Sapa durch den dichten Nebel noch nicht erahnen. Dieser lichtet sich am Tag, so dass wir die außergewöhnliche Landschaft von Sapa bewundern können.

Gegen 7 sind wir am Hotel Trade Union angekommen.Die Hotelanlage liegt in einem ruhigen Gebiet auf einem Hügel voller Pfirsichbäume mit mehreren kleinen Villen, in den wir verteilt unsere Zimmer haben. Nach dem Frühstücksbuffet sind wir ins Dorf der Giay Minderheit gefahren. In Sapa leben 7 Minderheiten friedlich nebeneinander. Wir können die Mitglieder der Minderheiten anhand ihrer Kleidungen auseinanderhalten. Zum Beispiel ziehen die Giay – Minderheiten Kleidungen mit roter Farbe oder rote Kopfbedeckung an, während die schwarze H-Mong dunkelfarbige Kleidungen bevorzugen. Im Dorf der Giay lassen sich einige Mitglieder unserer Gruppe in traditionellen Gewändern der Minderheiten fotografieren. Wir haben dort die Möglichkeit über eine Hängebrücke zu gehen. Eine abenteuerliche Erfahrung, wenn man die Umstände betrachtet: unten ist das Bach mit Steinen übersät, die Strömung ist relativ stark, und Hoan erlaubt sich den Spaß, die Brücke hin und her zu schaukeln.
Wir haben auf dem Weg zurück immer wieder den Bus angehalten, damit wir den Ausblick über die schönen Terrassen-Reisfelder geniessen können. Wir besichtigen auch den Steinplatz, wo riesige Steine mit eingeritzten Symbolen stehen, die noch nicht entziffert wurden (und vielleicht auch nie werden)*. Die Steine bieten Wissenschaftlern wie Archäologen, Linguisten, Ethnologen, Folkoristen... viele Forschungsthemen.

Wir kehren zum Mittagessen ins Hotel zurück und haben zum ersten Mal auf dieser Reise eine zwei stündige Mittagspause. Alle von uns sind so übermüdet von der Reise, so dass wir tatsächlich auf dem Zimmer gehen und uns für eine Stunde hingelegt haben.
Gegen 15 Uhr besteigen wir gemeinsam mit dem Reiseführer Thang den Berg Ham Rong. Als wir das Zimmer verlassen, kommt der dichte Nebel schon den Hang der Hotelanlage hoch. Da Thu schon mehrere Male in Sapa war und Probleme mit den Füßen hat und Vân chèo schon sehr kränklich aussieht, bleiben beide unten, vergnügten sich in einem Café und bestellen die Geburtstagstorte und Blumen für Elkes Geburtstag am nächsten Tag.
Alle anderen besichten auf dem Weg berghoch den Orchideen- und Europagarten. Nach vielen Stops und Pausen erreichen wir den vom dichten Nebel umhüllten Gipfel, der zutreffenderweise auch noch Wolkenplatte heißt. Der erhoffte Blick über das Tal bleibt uns allen leider noch immer ein Geheimnis.
Der relativ mühevolle Aufstieg ist dadurch schöner geworden, dass ein schwarzer Hund (für mich eher ein kleiner Bär) uns den ganzen Weg begleitet hat. Er ist immer vorausgegangen und hat uns den Weg gezeigt (das Gerücht, dass er in seinem früheren Leben ein Reiseführer war, hat sich schon die Runde gemacht).
Nach dem Abstieg ist der Rest des Tages frei gegeben worden. Abgesehen vom Abendessen, das wir wie fast immer gemeinsam verbringen, kann jede machen, was ihm lieb ist. Der erste Abend in Sapa verbringen einige Frauen aus der Gruppe mit quatschen und tratschen in einem der Zimmern und ermahnen uns die Überraschungsparty für Elke geheim zu halten. 

17.03.2010

Das Frühstückbuffet findet zwischen 6:30 bis 9:00 statt. Wir bezweiflen, dass jemand aus unserer Gruppe schon pünktlich um 6:30 dort aufkreuzt. Die meisten der Frauen treffe ich gegen 8:30 im Esssaal. Da heute Elke ihren 49. Geburtstag hat, haben wir eine Überraschung in einem Café im Zentrum Sapas für sie organisiert. Daher ist der Morgen angeblich frei gegeben worden. Während Susanne und Elke sich zum Spa Center aufmachen, geht Thu für die Tet-Fest Ausstellung 2012 einkaufen.
Auf dieser Reise haben wir schon vieles erlebt, das uns alle angenehm überrascht. Aber das Wiedersehen von Thu und das H-Mong Mädchen Sú, das sie vor acht Jahren getroffen hat, bestätigt uns, dass es schicksalhafte Zufälle im Leben gibt. Sú ist jetzt 18 geworden und hat zwei Kinder bekommen. Sú ist eine sehr schöne Frau geworden. Bei den H-Mong Frauen ist es normal, dass eine junge Frau wie Su so früh heiratet und viele Kinder bekommt. Die Minderheiten sind sehr sympathisch und friedlebig. Wir laden Sú und ihre beiden Freudinnen mit ins Cafe ein und warten auf Elke, die von Susanne begleitet, etwa später antrifft. Nach dem fast schon „traditionell“ gewordenen Geburtstagslied (zumindest für diese Reise), überreichen wir Elke die Geschenke und nehmen uns etwas Zeit für Gespräche innerhalb der Gruppe mit Sú und ihren Freundinnen.
Danach gehen wir wieder ins Hotel, packen unsere Reisetaschen und gehen ins Restaurant zum Mittagstisch. Nach dem Essen geben wir die Zimmer ab, Sú und ihre Freundinnen sind gekommen, um sich von uns zu verabschieden und geben uns ihrerseits Abschiedsgeschenke. Sie nehmen uns das Versprechen ab, dass wir nach ihnen suchen werden, wenn wir das nächste Mal Sapa besuchen kommen, damit sie uns in ihr Haus einladen können und fahren anschließend ins Dorf der roten Dao, wo wir von den Dao Frauen ins Dorf begleitet werden. Auf dem Weg erfahren wir über ihre Familie, über das Leben im Dorf. Das Stickerei-Handwerk der Dao Frauen ist ausgezeichnet. An viele Arbeiten werden über das ganze Jahr gearbeitet. Viele der Frauen kaufen noch mehr Souvernirs ein. Wir verabschieden uns nur schweren Herzens von Sapa und fahren nach Lao Cai zurück. Dort besichtigen wir ein Tempel, der dem Hung Dao Fürsten der Tran Dynastie geweiht ist, und besuchen kurz die Grenze Chinas, wo jede von uns den Wunsch äußert, mal einen Fuss auf chinesischem Boden setzen zu können. Leider können wir ohne Visum nicht mal einen Zeh auf chinesischem Boden setzen, geschweige denn einen ganzen Fuss, so dass wir uns mit dem Fotographieren zufrieden geben müssen. Wir besuchen kurz den Mau Tempel und fahren danach zum Bahnhof Lao Cai zurück, essen in einem Hotel die Abendmahlzeit und fahren mit dem Zug nach Ha Noi zurück.

18.03.2010

Kurz nach 3 Uhr in der Frühe entdeckt Hien, dass ihre Handtasche gestohlen wurde. Dort waren ihr gesamtes Reisegeld, Fotoapparat, Handy, wichtige Papiere und andere Sachen aufbewahrt. Nach Zeitplan werden wir gegen 4:30 Uhr Hanoi erreichen. Wir informieren sofort das Zugpersonal und bitten sie die Stationspolizei zu rufen. Da einige von uns schon öfter mit dem Zug fuhren, gehen wir die Abteile durch und suchen auf eigene Faust nach Spuren, da das Zugpersonal anscheinend nichts unternehmen möchte. Thu findet in Waschraum die ausgestopfte Tasche von Hien und lässt den Raum von uns abwechselnd bewachen, damit keine herankommt. Als wir die Station erreicht haben, sind alle anderen Gäste ausgestiegen, abgesehen von unserer Gruppe und das verantwortliche Zugpersonal befindet sich keiner mehr im Zug. Die Stationspolizisten kommen eine halbe Stunde nach dem Halt des Zuges. Die Augenzeugen und Beweise werden auf die Polizeistation gebracht, Aufgenzeugen werden verhört und zur Wartebank abgeschoben. Loan meldet sich ab, da sie früher nach Deutschland zurückfliegt und Vân chèo wurde wegen Krankheit entschuldigt.
Der Rest der Gruppe wurde von unserem netten Reiseführer ins Hotel begleitet, wo Frühstück bereit gestellt wurde. Dann sind sie mit dem Bus herumgefahren, haben Pho zum Mittag gegessen, bis sie angerufen wurden, und gebeten wurden zurück zur Station zu fahren. Kurz nach dem Eintreffen der Gruppe kommen Frau Hoai Giang, Vertreterin der Zentralen Frauenunion und ihre Leute. Sie bringen uns Wasser und moralische und rechtliche Unterstützung mit. Nach dem Gespräch mit dem Polizeistationsvorsteher und mit dem Versprechen Frau Hoai Giangs, dass die Zentrale Frauenunion sich offiziell um diese Angelegenheit kümmern wird, haben wir uns entschieden unsere Reise nach Ha Long verspätet fortzusetzen.
Ein sehr wichtiges Prinzip des VINAPHUNU ist, dass wenn eine von uns in Schwierigkeit gerät, wir alle zusammenbleiben und versuchen sie zu unterstützen. Auch wenn nicht alle Hilfe leisten können, ist doch die Anwesenheit allein schon ein Trost für die Betroffene. Das ist etwas, was hoffentlich jede von uns für selbstverständlich haltet, so dass es hoffentlich zu keiner Unannehmlichkeit wegen der verspäteten Abreise gekommen ist.
Wir fahren gegen 15 Uhr von Hanoi ab. Die Stimmung ist trüb und traurig. Doch hoffen alle, dass die Ha Long Bucht uns, und besonders Hien von ihrem finanziellen Verlust und dem zermürbten Prozess der Behörde ablenken kann. Unsere deutsche Freunde haben Geld für Hien gesammelt, um ihr Verlust zu mildern. Das hat uns alle natürlich sehr gerührt.
Kurz vorm Abend kommen wir in Ha Long an. Wir werden von einem kleinen Boot zum Schiff gebracht, wo wir unsere Zimmer bekommen und uns erfrischen können. Die Zugfahrt und der lange Tag haben uns alle hungrig und müde gemacht. So kommen wir gegen sieben Uhr ins Bordrestaurant und essen gemeinsam zum Abend. Wieder wird uns bewusst, wie gut Frau Tuong die Reise organisiert hat, und freuen uns, dass wir am günstigsten aber doch am besten reisen können. Wir übernachten in dieser Nacht auf einem 4 Sternen Schiffhotel und versuchen unsere Stimmung mit Karaoke aufzuheitern. Nach einer kurzen einleitenden Performance unseres Reiseführers, kommen bei den anderen auch die gute Laune zurück. Anna Katharina hat auf ihrer Geige die Musik begleitet. Conni endeckt ihr Talent für Karaoke, und Nga treibt die Party zum Höhepunkt mit ihrer Darbietung. Wir singen und tanzen bis spät in die Nacht hinein. Die Crew feiern zusammen mit uns.So geschah es, dass wir in der Ha Long Bucht, am Bord zwei Stimmen, die talentierter und besser sind als manche Profisänger, entdeckten. 

19.03.2010

Der Tag auf dem Schiff in der Bucht von Ha Long fängt bei mir mit dem Sonnenaufgang an. Obwohl der Himmel sehr bedeckt ist und die Sonnenstrahlen kaum durchdringen kann, sind viele von uns doch früh aufgestanden, um die Frische und die Ruhe am frühen Morgen zu genießen. Die Bucht gehört ebenso zu den UNESCO Weltkulturerben und belegt den dritten Platz bei der letzten Auswahl zu den „Sieben Weltwundern“. Mit den Bergen inmitten der Bucht, die Nebelschwaden, sind hier Sagen und Legenden entstanden, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Während der Reise durch Vietnam, von Tief- zum Hochland, von Gebirgen ins Meer, von Süden nach Norden, haben unsere deutschen Freunde viele Legenden und Sagen gehört, dass sie manchmal auch eine Legende oder Sage für bestimmte Gegenden schon witterten, bevor sie sie zu hören bekommen. Ha Long mit den vielen Felsformationen, die bei jedem ein anderes Bild hervorruft, regt geradezu die Fantasie von jedem an. 

Das erste Mal auf dieser Vietnamreise frühstücken wir auf einem Schiff. Es ist auch das erste Mal, dass wir zusammen ein „europäisches“ Frühstück bekommen haben. Nach dem Frühstück besuchen wir eine kleine Fischfarm einer Familie in der Bucht, wo wir frische Garnelen für das Mittagessen kaufen und die Crew bitten, sie für uns zuzubereiten. Anschließend besichtigen wir die Thien Cung Höhle, wo wir Staglamiten- und Staglatitenformationen bewundern können. In der Höhle spielt Anna Katharina wieder auf ihrer Geige und zieht damit auch andere Touristen ran, die mit ihr Fotos machen möchten.
Danach kehren wir aufs Schiff zurück und verabschieden wir uns nach dem Mittagessen von der Crew, die uns am Hafen auf Cat Ba Insel abgesetzt hat. Dort fahren wir mit dem Bus ins Zentrum von Cat Ba, checken in einem Vier-Sternen-Hotel ein. Der Rest des Tages ist zur freien Gestaltung. Wir verabreden uns für das Abendessen, und jede geht seinem Interesse nach auf Entdeckungstour oder in ein Spa, was das Hotel anbietet oder auch nur zum Strand, um zu baden oder sich zu sonnen.
In Ha Long und auf Cat Ba wurden uns bei jeder Mahlzeit neun verschiedene leckere Gerichte serviert. Während des Abendessens haben die Geschwister Van und Huong uns informiert, dass sie am nächsten Tag die Gruppe verlassen werden. Sie verabschieden sich von uns und bedanken sich für die schöne Reise, insbesondere bei Frau Tuong für ihre Bemühungen, die sie der ganzen Gruppe und besonders der Geschwister geleistet hat.
Nach dem gemeinsamen Abendessen in einem der Restaurant im Zentrum gehen einige spazieren, andere gehen wieder einkaufen oder zum Friseur oder zur Maniküre. Eines bleibt nur noch festzuhalten, wir gehen an dem heutigen Abend ganz bestimmt nicht zu spät ins Bett.

20.03.2010

Frau Tuong und Dong reisen heute aus familiären Gründen früher ab. Sie werden heute noch in Hai Duong, bei Hoan mit uns zurückfahren.

Der Vormittag ist wieder zur freien Gestaltung. Einige Frauen sitzen auf der Terasse am Meer und geniessen die letzten Stunden auf Cat Ba, andere gehen barfuß am Strand spazieren.

Kurz vor 12 haben wir unsere Zimmer abgegeben, beladen den Bus mit unserem Gepäck und fahren zuerst zum Restaurant zum Mittagessen. Wir bekommen die hoffentlich letzte Meeresfrüchte Mahlzeit auf dieser Reise und werden von einem Linienbus abgeholt, wo wir mit anderen Touristen zusammen gepfercht zu einem etwas entfernt gelegten Hafen fahren, wo wir mit dem Schnellboot weiter nach Hai Phong fahren. Auf dieser Fahrt haben einige von uns andere Touristen kennengelernt, und Erfahrungen ausgetauscht. 

In Haiphong angekommen werden wir wieder von einem Bus abgeholt und nach Hai Duong, zu Hoans Familie gebracht, wo wir von ihren Eltern und Schwester willkommen geheißen wurden. In der Zwischenzeit sind Frau Tuong, Dong und einigen Verwandten von ihnen zu uns gestoßen. Hoans Familie hat banh cuon und bun rieu vorbereitet und hat uns zum Essen eingeladen. Nach der reichhaltigen Mahlzeit gibt uns die Mutter von Hoan suesse grüne Bohnenpastete als Geschenke für die Reise mit.Wir verabschieden uns von ihr und von der Familie und fahren nach Hanoi zurück.
Am Hotel erwartet Vân chèo mit den Wasserpuppen – Theater Karten auf uns, so dass unsere deutschen Freunde, Ngoc und ihre Familie ins Theater gehen können. Die anderen gehen ins Café und genießen die für Hanoi berühmte Café-Atmosphäre.

21.03.2010

Heute Morgen fängt es an zu nieseln, was bis zur Abfahrt nach Thai Nguyen nicht aufhörte. Thai Nguyen liegt im Hochland des Nordens und ist berühmt für seine Teeplantagen und den Nui Coc See. Geplant war, dass wir zwei Familien der Mitglieder des VINAPHUNU besuchen fahren, anschließend fahren wir die Teeplantagen und den See besichtigen. Aber schon auf dem Hinweg haben wir festgestellt, dass das Wetter zu schlecht ist, um den langen und gefährlichen Weg aufzunehmen. So fahren wir in die Stadt Thai Nguyen und besuchen zuerst die Familie von Dung. Dungs Ehemann ist zur Zeit auch in Vietnam, so dass er und die Familie von Dung uns empfangen.
Nach einem herzlichen Gespräch sind wir mit ihnen zu einer anderen Familie gefahren, die auch in Thai Nguyen leben, die Familie von Oanh. Oanhs Mutter und die Familie ihrer Schwester leben zusammen in einem Haus. Kurz nach unserem Eintreffen gehen Thu und einige Mitglieder unserer Gruppe zum Amt, da der Bürgermeister der Provinz uns hier erwartet. Andere Mitglieder werden von Oanhs Mutter herumgeführt, damit wir das neue Haus besichtigen können.
Die Familie lädt uns zum Mittagessen ein. Oanhs Schwester hat mehr als 10 Gerichte gekocht und bedient uns persönlich während des Essens. Da die meisten von uns noch von der Sapa und Ha Long Bucht Reise überfüllt sind, bleibt leider zu viel Essen übrig.
Nach dem Essen unterhalten wir uns noch kurz und verabschieden uns von der Familie und fahren wieder zurück nach Hanoi. Auf der Rückfahrt kurz vor Hanoi gibt Thu offiziell das Ende der Reise an. Sie hofft, dass wir alle eine erfahrungs-, emotionsreiche und schöne Reise erlebten. Auch hofft sie, dass insbesondere die Bemühungen von Frau Tuong ebenso wie von VINAPHUNU erkannt und anerkannt wurden, und dass allen die Reise gefallen haben.
Unsere deutschen Freunde nutzen den letzten Tag in Hanoi zum Einkaufen. Die anderen gehen essen oder legen sich einfach nur hin. Am Abend laden unsere deutsche Freunde uns alle in einem Café ein, um sich zu verabschieden. Frau Tuong ist leider zu krank, um mitzukommen.
Der Abschied fällt schwerer als erwartet. Am nächsten Morgen fliegen einige von uns nach Saigon, um von dort aus in Richtung Deutschland zu fliegen.
Die VINAPHUNU-Vietnam-Reise endet hier. So viele Erlebnisse, zu viele Emotionen wofür wir keine Worte finden können. Hoffentlich haben wir alle eine erlebsnisreiche, fröhliche und gute Reise gehabt.
Wir sind ans Meer und in die Berge gefahren, wir waren im Süden und im Norden, im Hochland und im Tal, am Mekong Delta und am Roten-Fluss-Delta. Wir haben Erlebnisse mit mit den unterschiedlichsten Transportmitteln; Bus, Bahn, Schiff, Dschunke, Kanus und Boote, Rikscha. Wir haben die verschiedensten traditionellen, kulturellen Formen gehört und gesehen, das Sprechtheater in Saigon, cai luong Reformmusiktheater in Mekong Delta im Süden, Bronze Gong und Trommeln der Ede Minderheit im Hochland, ca Hue Musik und Cham-Tanz in Zentralvietnam, Wasserpuppentheater mit Quan ho Bac Ninh Musik in Hanoi. Wir haben verschiedene religiöse Gemeinden kennengelernt, von Buddhismus in unzähligen Pagoden, den Katholizismus in den Hauptkirchen des Landes, die heiligen Stätten des Cham Volkes, der Minderheiten, bis zum Dua-, Cao Dai Sekten und die Naturreligionen der Minderheiten... Wir haben in jedem Gebiet interessante Menschen kennengelernt, von ganz einfachen Menschen bis zu bekannten Persönlichkeit, hohe politische Vertreter. Wir haben neben purem Reisevergnügen auch wichtige Wohltätigkeits- und Umweltschutzarbeit geschafft, wir haben viele Familien der VINAPHUNU Mitglieder und ehemalige Gefangene besucht. All diese Erfahrungen sind wertvoll und wichtig sowohl für Auslandsvietnamesen als auch ausländische Vietnambesucher, um die Mentalitäten und Kultur Vietnams auf verschiedensten Weisen kennenzulernen. 

22.03.

Thu und To Van stehen heute schon kurz vor sechs Uhr auf, um unsere deutschen Freunde, Frau Tuong und Dong zum Flughafen zu bringen. Alle sind ein wenig besorgt über das schwere Gepäck, da wir vorher viele Sachen mit dem Bus zurück nach Saigon geschickt haben. Aber wir haben Vertrauen in Frau Tuong und Dong, die sich immer um alles gekümmert haben. Als sie in Saigon ankommen, fahren sie zu Frau Tuongs Haus, packen die Koffer und ruhen sich etwas aus, da der Flug nach Deutschland über zwanzig Stunden dauern wird.  

Da Nga und Huong erst am Abend in Richtung Saigon abfliegen werden, kümmern sich Thu und To Van um die beiden. Sie schlendern die Strassen Hanois entlang, trinken Kaffee mit Thus Freunden und werden zum com Nieu essen eingeladen.
Der Reis wird in kleinen Keramiktöpfen gekocht, die in die Luft geworfen werden und entzweien. Der Reis wird dann auf einer Platte aufgefangen.
Gegen 14 Uhr gehen sie stellvertretend für die ganze Gruppe zur Zeitung „ An ninh the gioi“ und übergeben eine Spende für besonders arme Familien. Diese Spende ist aus dem Verkauf der Hang Trong Bilder in der Tet-Fest Ausstellung 2010 gesammelt. Das ist die letzte offizielle Arbeit dieser Reise.
Thu muss die Gruppe wegen einer Verabredung verlassen. Ihre Freunde, Thang und Manh begleiten Nga und Huong weiter. Am Spätnachmittag treffen Thu und die anderen mit Huongs Schwiegermutter und verbringen die letzten Stunden miteinander. Da an dem Abend Thu, To Van, Van cheo und Duc noch zu einem traditionellen Musik-Konzert eingeladen werden, hat Thu Thang und Manh beauftragt für Huong und Nga ein Taxi zum Flughafen zu bestellen.
In Saigon bringen Frau Tuong, Dong und ihre Familie unsere Freunde zum Tan Son Nhat Flughafen. Sie alle sind wieder sehr besorgt darüber, ob das schwere Gepäck ohne Zuschlagzahlung durchkommen wird oder nicht. Ausserdem sollen Bücher für VINAPHUNU noch nach Deutschland mitgenommen werden.
Dong hat die Idee, nach der Gepäckabgabe Bücher in kleinen Taschen als Handgepäck mitzunehmen. Mit diesem Trick schaffen sie es 20 kg extra Bücher zu transportieren. Frau Tuong und Dong warten bis zum Abflug, bevor sie wieder nach Hause fahren.
In Hanoi sind nur noch Thu, Van cheo, Le, To Van und Duc. Kleine Hien ist in Tuyen Quang wegen einer schamanistischen Zeremonie und Hoan ist bei ihrer Familie in Hai Duong, Hien ist in Hai Phong.
Um 20 Uhr gehen Thu, To Van, Duc und Vancheo zum Konzert, mit den Einladungskarten von Vancheos Vater, Herr Khoi, dem ehemaligen Direktor des Hanoier Cheo-Theaters. Es ist sehr schade, dass nicht alle aus unserer Gruppe das Konzert besuchen können, um die Kunst dieser besonderen Gesangsform zu erleben. Natürlich weil wir keine einzige Lücke in unserem Zeitplan finden können. Leider ist das Theater nicht viel besucht trotz der Einzigartigkeit der Musik von den Bauern des Roten Fluss Deltas. Wir haben während des Konzerts Geschenke von den Schauspielern zum Andenken erhalten.
Um Mitternacht ruft Thu Nga und Huong an und erfährt, dass beide sicher zu Hause angekommen sind. Thu arbeitet an den Blog bis zwei Uhr in der Frühe.

23.03.
Heute arbeiten Thu und Duc zwischen 11 und 15 Uhr zusammen an den Blogeintrag. Duc hat schon vorher am Text gearbeitet, Thu ergänzt noch die fehlenden Details. Die Schreibarbeit während der Reise war sehr schwierig, da wir kein Notebook dabei hatten und auch keine Zeit hatten ein Internetcafé aufzusuchen. Die Notizen wurden während der Fahrt im Bus oder im Zug gemacht.
Gegen 7 oder 8 Uhr ruft Bettina aus Berlin an und informiert Thu, dass unsere deutschen Freunde schon sicher angekommen sind und alle Koffer, auch die insgesamt 20 kg schweren Handgepäckstückchen mit den Büchern durchgekommen sind. Wir alle sind sehr erleichtert und freuen uns besonders, dass Dongs Methode funktionierte.
Wir informieren Frau Tuong sofort und denken darüber nach, die gleiche Methode anzuwenden, wenn wir zurückfliegen.
Am Abend lädt To Van den Rest der Gruppe zu einer Hochzeitsfeier in ihrer Familie ein. Thu, Le, Vancheo und Duc werden von To Vans Familie herzlich empfangen.  

24.03.

Heute früh holt Hang, eine nach dem Tod ihres Mannes zurück nach VN und jetzt in Hanoi lebende VINAPHUNU-Frau, Thu ab,um nach Van Dien Friedhof zu fahren, um den Grab von Song zu besuchen. Song wahr ein sehr lustiger Mann, ein guter Freund von VINAPHUNU und wir haben viel angenehmen Erinnerungen mit ihm.Gegen 11 Uhr ruft Elke nach der ersten Nacht in Berlin an, um uns Bescheid zu sagen, dass alles gut gelaufen ist. Am Tag hat jede seine Angelegenheiten geregelt.
Erst am Abend verabreden wir uns wieder zum Essen und gehen anschliessend mit Thus Freunden Kaffee trinken. Nun ist es schon 2 Uhr nachts des 25.3. Gute Nacht und auf ein  Wiedersehen. Viel Spass beim Lesen. 

* Anmerkung der Korrektorin

25.03.
Thu und Duc arbeiten heute bis 2 Uhr in der Frühe am Blogeintrag. Als Duc nach Hause geht, sitzt Thu noch bis 4 Uhr daran. Am Morgen treffen sich die beiden schon wieder gegen 9 Uhr bei T

Da heute der letzte Tag in Hanoi ist, kommen viele Freunde von Thu zum Abschiednehmen vorbei. So arbeiten die beiden mit kurzen Unterbrechungen bis 12 Uhr, bis Thu mit ihrer Freundin zum Bücherkauf für den VINAPHUNU losfährt. Um eine Reportage über die Vietnam-Reise von VINAPHUNU veröffentlichen zu können, haben die 2 Journalisten von Zeitung Datviet den kürzfristigen Termin (heute vormittag) gemacht, um am Abend ein Interwiew mit Thu zu machen. Es war gut und nächsten Tag ist dieser Artikel schon auf der Dat viet, eine der häufigste Tageszeitung VNs. Seit unserer Reise ist dieser Artikel das 3. Mal in der Öffentlichkeit offiziell auf den Zeitungen, die uns bekannt sind.( noch in Fernsehersendungen ) Am Spätabend treffen sich Thu, Van, Duc, Freunde & Co. das letzte Mal in einem kleinen Hanoier Café und gehen danach spazieren. Die frische Luft und die Stille findet man in Hanoi nur am Frühmorgen oder in der Nacht. So gehen wir zu Fuß von Nam Ngu aus zum Cam Chi, die einzige Strasse, in der Restaurants bis tief in die Nacht geöffnet haben, und essen dort bun ngan (Nudelreissuppe mit Gänsefleisch und Bambus) mit Hai, einem Freund von Duc. Wir unterhalten uns und lauschen Thu beim Gedichtevortragen zu. Duc ist ein wenig traurig darüber, dass Thu, To Van, Vancheo, Le, Hoan, große Hien und Ngoc morgen nach Saigon fliegen werden. Gegen Mitternacht begleiten Hai und Duc zuerst Vancheo, dann Thu nach Hause. Duc verabredet sich noch mit Thu für den nächsten Morgen und geht schließlich auch zu sich nach Hause.
26.03.

Heute treffen wir uns um 6:50 vor Thus Haus. To Van, Vancheo, Thu werden von Duc und Thang (einem Freund Thus) zum Flughafen begleitet. To Van wurde von ihren Geschwistern und Neffen, Vancheo von ihrem jüngeren Bruder zu Thus Haus gebracht. Lê und Ngoc nehmen den Wagen von ihren Verwandten zum Flughafen. Hoan kommt von Hai Duong, große Hien kommt von Hai Phong. Wir treffen uns gegen 8 Uhr am Flughafen und bekommen kurzer Zeit danach einen aufgeregten Anruf von Lê, die im Stau steht. Hoan wird von ihrem Schwager, große Hien von ihren Geschwistern und einer Nichte zum Flughafen begleitet. Wir begrüßen uns kurz und warten auf Lê, die noch nicht angekommen ist. Wir warten bis 8:20 Uhr und geben das Gepäck beinahe als letzte ab. Thu hat den Schaltermitarbeiter überredet noch ein paar Minuten auf Lê zu warten. 8:35 ist Lê noch immer nicht angekommen. Duc bekommt das Flugtickets von Lê, damit Lê später vielleicht noch umbuchen kann und verabschiedet sich von den anderen. Da schlendert Lê lässig in die Abfertigungshalle hinein. Duc stürmt, gefolgt von Lê als letzte den Schalter und lassen zuerst die Bordkarte herausgeben. Lê läuft noch kurz raus, um das Großgepäck zu holen. Wir haben noch geschafft, den Koffer abzugeben und laufen mit den anderen zum Abflugtor. Thu, Lê, Thang und Duc laufen weit hinten und verlieren die anderen aus den Augen. Da sehen sie Hoans Schwager an einem der Tore stehen und wollen schon hineingehen. Es stellt sich heraus, dass wir den falschen Eingang genommen haben. So hetzen wir als die allerlezten doch zum richtigen Eingang und verabschieden uns. Hoan, große Hiens, Lês Verwandte, Thang und Duc warten bis alle durch die Kontrolle gegangen sind und wollen schon nach Hause fahren, bevor Duc wieder zurückgerufen wurde. To Van hat eine Nagelzange im Handgepäck und muß diese abgeben. Nach dem letzten chaotischen Abschied, wird Duc und Thang von Lês Bruder nach Hause gefahren. Frau Tuong und Dong holen die Gruppe am Flughafen in Saigon ab und bringen sie zu Dung, Thus Quasi-Cousine, die uns zum Abendessen eingeladen hat, als wir in Saigon waren. Dort essen sie zu Mittag und schlafen nach all den Arbeitstagen mal aus. Gegen 15 Uhr ruft Thu an und erzählt, dass sie jetzt Stoffe zum Ao Dai schneiden einkaufen gehen werden. Am Abend werden sie sich noch mit Sáu und Kim, den beiden netten Busfahrern, treffen und werden wahrscheinlich das Café "Hanoi va toi" (Hanoi und ich) aufsuchen, eine bekannte Adresse für in Saigon lebende Hanoier.

27.03.

Gestern hat es fast vier, fünf Stunden gedauert, Stoffe einzukaufen und den Schneider aufzusuchen. Wir gingen direkt danach zu Frau Tuong und aßen dort ihre Spezialität cháo lòng (Reisbrei). Dieses Essen wurde von Vinh spendiert, die leider nicht mit uns nach Saigon fliegen konnte, uns aber auch Geld gab, damit wir alle etwas zusammen unternehmen können. Sáu und Kim waren wieder auf Geschäftsreise und konnten uns leider nicht besuchen kommen. Als wir Frau Tuongs Haus verließen, war es schon zu spät, um ins genannte Café "Hanoi va toi" zu gehen. Kleine Hien rief an und berichtete über ihre schamanistische Zeremonie in Tuyen Quang. Heute morgen fliegt Dong nach Deutschland zurück. Thu muß alle Beziehungen aufbringen, um die Ausstellungsstücke für das nächste Tetfest ohne Gepäckaufschlag nach Deutschland bringen zu können. Anschließend fahren wir nach Mui Ne und werden die letzen Tagen in Vietnam am Strand verbringen. Bis zum Wiedersehen in Deutschland sind es nur noch drei Tage.

Heute früh fahren Dung und ihr Sohn, Kim Hoan, Hoan, Hien, Vancheo, Le, Thu und To Van nach Mui Ne. Mittags am Ziel angekommen, geht es nach dem Mittagessen gleich weiter mit einer Besichtigung der Umgebung Mui Ne's zu den weissen, dann den roten Sanddünen und zu einem Fischerdorf beim Sonnenuntergang.Am weißen Sandhügel fahren wir alle mit dem Boot in den Lotosteich voller aufgehenden Lotosblüten und geniessen dort eine der wunderbare Lanschaft von Mui Ne. Zurück im Resort plantschen wir nach dem Abendmahl im Swimming Pool und entspannen uns am Strand in der Dämmerung.
28.03.

Heute morgen stehen wir alle früh auf, um den Sonnenaufgang von Mui Ne zu bewundern. Unser Resort ist direkt am Meer, so dass es für uns jeder Zeit möglich ist, baden zu gehen.

Gegen 14 Uhr fahren wir zurück nach Saigon mit einem Liegenbus. Nach einer kurzen Erfrischungspause gehen wir in das Theaterstück „Fremder Brunnen“. Die Schauspieler sind sehr professionell. Wir sind begeistert von dem Stück. Schade nur, dass wir nicht mehr das Stück „Canh dong bat tan“ von der Schriftstellerin Nguyen Ngoc Tu anschauen können, das am 1. April uraufgeführt wird.
29.03.

Heute frühstücken wir banh beo in einer Garküche, wo Thu seit über 30 Jahren Stammkundin ist. Danach gehen wir wieder in eine Pagode beten und besuchen anschließend Thuong Chieu Meditationstempelanlage in Dong Nai. Heute ist es besonders heiss, sodass jede von uns den ganzen Tag nass geschwitzte Kleidung am Leib trägt. Vancheo meckert herum und will unbedingt wieder zu Dung zurück, um vor der Verabredung mit Sáu und Kim (die beiden netten Busfahrer) noch zu duschen. Wir haben natürlich scherzhafterweise Sáu angerufen und haben nach seiner Meinung gefragt. Am Abend gehen wir endlich ins Cafe "Hanoi & Ich".  Der Besitzer ist ein Hanoiliebhaber. "Hanoi & Ich" ist daher DER Treffpunkt für in Saigon lebende Hanoier mit Live Musik.  Zwar hat meist jeder Abend ein anderes Thema, dennoch sind es fast immer doch Lieder über Hanoi. Frau Tuong und Nguyet (eine Nichte von Dong) begleiten uns ins Cafe. Sáu bringt seine schöne Ehefrau mit und stellt sie uns vor. Wir sind von ihrem Charm bezaubert, fast wie von Sáu's charmanten Liedern. Kim, ein geborener Saigoner, hat sich im Verkehrsdschungel verirrt und kommt mit einem neuen, gegelten Haarschnitt und viel gesprächiger als sonst, etwas später zu uns. Wir haben die Musiker gebeten für To Van „Xin loi tinh yeu“, für Thu „Nuoc mat dan ong“ für Vancheo „Hanoi dem tro gio“ zu singen. Vancheo hat der Auftritt zu Tränen gerührt. Der Abend ging auf Thu. Wir haben einen sehr schönen und emotionsvollen Abend und fahren erst spät in der Nacht nach Hause.
30.03.

Thu bringt die Gruppe zu ihrem Lieblingsschnellrestaurant My Quang essen. My Quang ist eine Reisnudelsuppe, die wir auch schon in My Son gegessen haben.

Anschließend gehen wir zusammen zu dem Aodai-Schneider und probieren die Aodais für die Korrektur an. Thu ist äußerst unglücklich darüber, dass Duc nach einem speziellen, fast zu keuschen Aodai verlangt hat.

Danach treffen wir uns mit Khanh, einem Freund von Thu, der als Manager von Dussmann in Vietnam arbeitet.Anschließend gehen wir alle in ein Spa Center, das von Thus Freundin geleitet wird, und lassen uns massieren und uns für Deutschland schön machen.Zum Mittagstisch hat Dung wieder ein üppiges Essen gezaubert, das von Frau Tuong mit weiteren Gerichten bereichert wird. Auf Hoàns speziellen Wunsch hin, haben wir noch Enteneier (trung vit lon) gekauft und gekocht.Am Spätnachmittag werden wir von Dung, Frau Tuong, ihrem Sohn Rang Dong und dessen Ehefrau Mai zum Flughafen begleitet. Mit viel Überzeugungsarbeit und Hilfe von zahlreichen Freunden, schaffen wir es, 50kg Bücher für VINAPHUNU und 20kg Ausstellungsmaterial für die nächsten zwei Tetfestfeier abzugeben. Wir haben auf diese Reise insgesamt 100 kg Bücher mitbringen können.Im Flugzeug rufen wir noch Duc in Hanoi an, um uns zu verabschieden. Leider können wir uns nicht lange unterhalten, da Handyverbot im Flugzeug herrscht.

31.03.

In Deutschland angekommen, sind fast alle unsere Geräte auf diese oder andere Weise defekt. Thu hat bei dem Chaos ihr Handy-Ladegerät in Saigon vergessen und hofft, dass es noch nachgeschickt, oder von jemand mit nach Deutschland genommen wird.
Deswegen geht Thu ins VINAPHUNU und ruft erstmal Freunde in VN an, um sich für ihre Hilfe zu bedanken und zu berichten, dass alle wohl auf und glücklich in Deutschland bei ihren Familien angekommen sind.
Die Vietnam-Reise ist offiziell zwar schon am 22. des Monats als beendet erklärt. Doch selbst heute können wir uns noch nicht richtig von den Gedanken verabschieden, wieder in Deutschland angekommen zu sein. Am 30.04. werden alle Reiseteilnehmerinnen sich noch mal zusammensetzen. Hoffentlich werden an diesem Tag alle schaffen zu kommen. Sowohl die vielen positiven, als auch die weniger erfreulicheren Erlebnisse werden uns noch lange begleiten.
Eine Verabredung mit Frau Tuong für die 20. Jubiläumsfeier im September nächsten Jahres wurde schon festgesetzt. Viele Freunde werden im Laufe des Jahres Deutschland besuchen kommen. Wir hoffen sie alle im VINAPHUNU begrüßen zu können und schließen hiermit unser Reisetagebuch.

Pham Viet Duc- Hoai Thu- Tyty

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