Seit „Asiaticus“ gegründet wurde, finden regelmäßig Veranstaltungen in deutscher Sprache statt. In der Regel zweimal wöchentlich treffen sich ältere und jüngere Frauen sowie Gymnasiasten in ihren Kursen.

Die Ziele der Frauenkurse sind auf das praktische Sprachbedürfnis der Teilnehmer orientiert. Dazu gehört vor allem die Kommunikation mit deutschen Partnern, mit Ämtern und anderen Instanzen, mit Schulen und Kindergärten, mit Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Rechtsprechung sowie das alltägliche Verhalten in der Öffentlichkeit.

In sprachlicher Hinsicht wird an drei Schwerpunkten gearbeitet: Es sind dies

  1. die Feststellung und Erweiterung des Wortschatzes
  2. die phonetisch korrekte Aussprache und
  3. die Grundlagen der deutschen Grammatik.

Auf Grund der bisherigen Dauer ihres Aufenthalts und ihrer Erfahrungen in Deutschland ist die Kenntnis des Wortschatzes sehr unterschiedlich und anfangs nur auf Grußformeln und Zahlenkenntnis beschränkt. Durch die Auswahl der Themen erweitert sich der Wortschatz und im Zusammenhang damit die Kenntnis ihres persönlichen und landeskundig Umfelds.

Großes Gewicht wird auf die phonetisch saubere Aussprache gelegt, um Irrtümer bei der Verständigung zu vermeiden. Dazu wird vor allem an Konsonantenverbindungen wie sch und tz, an Endkonsonanz wie t, z, s und an der Unterscheidung von n, l und r gearbeitet. Intensive Hör- und Sprechübungen dienen der Beseitigung dieser Schwächen.

In der Grammatik werden besonders der logische Aufbau des einfachen deutschen Satzes. Verbunden mit lokalen, temporalen und kausalen Aussagen geübt. Damit wird ein der jeweiligen Sprechsituation angemessenes Ausdrucksvermögen angestrebt.

Verglichen mit der sprachlichen Ausgangssituation der Teilnehmer sind beträchtliche Fortschritte in den Kursen nachweisbar. Durch die bessere Kommunikationsfähigkeit, die Erörterung aktueller und privater Probleme, durch gemeinsamen Erkundung des städtischen Umfelds, durch Heranführen en einfachen Zeitungslektüre hat sich das emanzipatorische Selbstbewusstsein der Frauen spürbar entwickelt. Dieser Fortschritt in der Persönlichkeitsbildung wurde möglich, weil in den Kursen stets eine sehr aufgeschlossene, vertrauensvolle und heitere Lernatmosphäre herrscht.

Die Kurse für Gymnasiasten orientieren sich an den Forderungen des Abiturwissens im Fach Deutsch je nach Klassenstufe der Jugendlichen. Dazu wird die mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit erhöht, auf phonetische Exaktheit Wert gelegt und zu ausgewählten Bereichen der deutschen Grammatik geübt. Die Förderung des abstrakten und logischen Denkens ist ständiger Schwerpunkt des Unterrichts sowie das Training der entsprechenden sprachlichen Mittel. Besondere Aufmerksamkeit gilt den im Schulunterricht auftretenden Schwierigkeiten der Erörterung von Texten und Textvergleichen, der Disposition und Gliederung von Aufsätzen sowie bei der Analyse von Sach- und literarischen Texten.

Große Probleme bereiten den Teilnehmern die fehlenden Kenntnisse aus dem deutschen und abendländlichen Kulturkreis und seiner Geschichte, die ihnen bei der Behandlung literarischen Werke abverlangt werden. In den Kursen nehmen daher Erläuterungen und Diskussionen zu historischen, kulturellen, ökonomischen, philosophischen und sozialkundigen Aspekten des Abiturwissens breiten Raum ein. Die pädagogische Arbeit erstreckt sich hier bis zur individuellen Förderung. Um die Jugendlichen zu aktiver Mitarbeite in der Schule zu befähigen, erfolgt in den Kursen eine vorbereitende Erörterung von Themen, die späteren Deutschunterricht an den Gymnasien eine Rolle spielen. In den Kursen herrscht eine geistige anregende, vertrauensvolle Atmosphäre und eine ausgeprägtes kooperatives Verhalten. Erfolgte dieser gemeinsamen Arbeit an der deutschen Sprache und Literatur zeigen sich in verbesserten schulischen Leistungen der Jugendlichen.

Herr und Frau Engelstädter

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