Liebe Thu, liebe vietnamesischen Freunde ,

 als ehemaliger Mitarbeiter des Bekleidungswerkes VEB Treffmodelle bestehen seit über 20 Jahren freundschaftliche Beziehungen zu den ehemaligen Vertragsarbeitern aus Vietnam. Gerade die Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung und die damit verbundene Schließung der Betriebe, so auch Treffmodelle, bedeutete für viele Vietnamesen, dass Sie sich nun neu orientieren mussten und vor der persönlichen Entscheidung standen, in ihr Heimatland zurückzukehren oder in Deutschland zu bleiben .

 Für die in Deutschland verbliebenen Vietnamesen fand nun eine schwierige Zeit statt. Angefangen vom Verlust des Arbeitsplatzes, über viele rechtliche Probleme zur Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung bis hin zu Fragen der sozialen Absicherung, Behördengänge, Arztbesuche, Sprachprobleme etc. standen sie jeden Tag vor neuen Herausforderungen .

 In dieser Zeit wurde unter der Leitung von Frau Thu das Projekt VINAPHUNU-Asiaticus ins Leben gerufen, das genau zu den angesprochenen Problemen Hilfestellungen geben konnte. Mit Unterstützung des Berliner Senats und unter dem selbstlosen Einsatz von Frau Thu wurde eine Anlaufstelle für die vielen Vietnamesen geschaffen, wo ihnen geholfen wurde, wo Sie rechtlich beraten wurden, wo Erfahrungsaustausch stattfand, wo das geistig kulturelle Leben Vietnams gepflegt wurde, also eine kleine Oase, wo man sich treffen konnte und wo man stets Hilfe und Unterstützung bekam.

 Im Laufe der Jahre konnte auch ich viele schöne gemeinsame Erinnerungen sammeln, wie der Umzug des Klubs, wie die jährlichen TET-Feste, der Karneval der Kulturen, die Jubiläen in der Wabe, die vielen schönen Ausstellungen und künstlerischen Auftritte im Klub u.s.w…

 Ich danke VINAPHUNU- ASIATICUS und besonders Dir, liebe Thu für die schönen Jahre mit Euch und wünsche Euch weiterhin viel Erfolg und finanzielle Unterstützung vom Senat, damit Ihr Eure wertvolle Arbeit noch recht lange fortführen könnt. Und noch ein besonderer Gruß an alle ehemaligen Mitarbeiter von Treffmodelle, die mich noch kennen .

Berlin, 5.2011

Jens Ruben

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