Sprechtext Was ist Vinaphunu:

 

Das Wort bedeutet in Vietnamesichem “Vietnamesische Frau”(abgekürzt)

Das Projekt Vinaphunu wurde 1991 vom Club Asiaticus e.V. in Trägerschaft genommen. Er ist ein kleiner Verein, mit circa 40 sehr engagierten Mitgliedern. Seit einigen Jahren hat er den Status der Gemeinnützigkeit. Er versteht sich als soziokulturelles Zentrum, für asiatische und besonders vietnamesische Mitbürgerinnen und Mitbürger.
 
Sprechtext WARUM Vinaphunu:

 

Vinaphunu wurde gegründet, weil sich für die ehemaligen vietnamesischen Vertragsarbeiterinnen das Leben nach der Wende grundlegend änderte, was für sie oft schwer durchschaubar war. In der DDR wurde alles für sie geregelt: Wohnung, Aufenthaltsstatus, Arbeitsstätte. Selbst die Sprache mussten sie nicht verstehen, denn es gab Dolmetscher und in den Wohnblocks waren die Arbeiterinnen und Arbeiter meist unter sich. – Ab 1990 mussten sie sich plötzlich um alles alleine kümmern. Die Betriebe wurden aufgelöst, neue Wohnungen mussten gefunden werden. Kaum eine verstand Deutsch und die Sprache der Behörden schon gar nicht. Alles war unklar, keine kannte sich mit den neuen Regeln, Gesetzen und Bedingungen aus. Mit der Wende kam die Zeit der großen Unsicherheit und Unruhe für die Vietnamesinnen aus der ehemaligen DDR. Das Projekt Vinaphunu kannte die Sorgen und Probleme der Frauen und setzte sich ihre Integration in dem neuen deutschen Land zum Ziel. Vinaphunu wurde wie ein kleiner Hafen für die Frauen aus dem südostasiatischen Land.

 

Sprechtext INHALT Vinaphunu:

Vinaphunu bietet einen besonderen sozialen Raum für diese Frauen und ihre Kinder in Berlin. Alle Angebote, Beratungen, Kurse und Hilfen Vinaphunus sind speziell auf die jeweils aktuellen Sorgen und Bedüfnisse der Vietnamesinnen abgestimmt.

 
Sprechtext: Deutsch – Kurs

 

Sprache ist der Schlüssel zur Kultur! Schon ganz zu Beginn war klar, dass nur durch das Erlernen der deutschen Sprache die vietnamesischen Frauen reale Chancen in der neuen Gesellschaft haben werden. Und die Vietnamesinnen haben ihre Chance genutzt! Jedes Jahr sind die Kurse sehr gut belegt.

Inzwischen gibt es drei Deutschkurse, jeweils mit Kinderbetreuung. So können auch Mütter mit kleinen Kindern in Ruhe lernen und sich weiterbilden. Auf unterschiedlichen Levels können Vietnamesinnen die deutsche Sprache lernen. Viele Jahre hat diese Kurse Frau Engelstädter geleitet, eine pensionierte Deutschlehrerin, die mit viel Geduld und Herzblut die vietnamesischen Frauen unterrichtete. Auch der verstorbene Herr Bornstein hat mit viel Begeisterung die Deutschkurse geleitet. Heute unterrichten Frau Deipenbrock und Frau Knoblau. Dabei gehen die Kurse weit über das Pauken von Vokabeln und komplizierten grammatikalischen Strukturen hinaus! Unsere Deutschlehrer haben die Frauen immer wieder auch in Sprachsituationen geführt, wo sie selbst aktiv sein mussten. Der Besuch eines Cafés in Prenzlauer Berg gehörte dazu, wie auch ein Museumbesuch, oder ein Theaterabend. Unsere Deutschkurse sind gleichzeitig auch Integrationskurse, die die Frauen allmählich an die Gesellschaft heranführen.

 

 
Sprechtext Rechtsberatung:

 

Von Beginn an bot Vinaphunu eine kostenfreie, regelmäßige Rechtsberatung speziell für vietnamesische Frauen und ihre Familien an. Gemeinsam mit der Sozietät „Dr. Arzinger und Partner“ gibt es einmal pro Woche diese spezielle Fachberatung. Eine Dolmetscherin, Frau Voigt, übersetzt PRÄSENZ? die für unsere Frauen oftmals unverständlichen Regelungen und Gesetze. Das Angebot der Dolmetscherin ist sehr wichtig, da für viele Vietnamesinnen, die rechtlichen Grundlagen oftmals nicht nachzuvollziehen sind. Hier gibt es besonderen Erklärungsbedarf.

Interessant ist die Entwicklung der juristischen Themenpalette: In den 90er Jahren ging es zumeist um die Klärung des Aufenthalts-Status: wer darf bleiben, wer wird abgeschoben. Nicht nur einmal gelang es unserer sehr engagierten Rechtsanwältin Csilla Ivanyi vietnamesische Familien in letzter Minute vor der Abschiebung zu bewahren. Manchmal sogar in „Nacht- und Nebel-Aktionen“. Weitere Themen waren die Familienzusammenführungen oder deutsch-vietnamesische Ehen. Erst nach und nach haben sich die Beratungsthemen „normalisiert“: heute geht es mehr um Arbeitsrecht, Mietprobleme, Scheidungen, Behördenformulare.

 

 
 

Sprechtext Sozialberatung:

 

Sozialberatung kann bei Vinaphunu überall stattfinden. Es kann während eines Kochkurses sein, im Café, am Telefon, aber natürlich auch in diskretem, persönlichen Gespräch. Von Anfang an lautete das Konzept: Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Das entsprechende Netzwerk wurde im Laufe der Zeit ständig erweitert. Vinaphunu arbeitet mit Behörden, Ämtern, Krankenhäusern, Schulen und anderen Vereinen zusammen, um die Lebenssituation jeder einzelnen vietnamesischen Frau zu verbessern. Wenn nötig, werden die Frauen professionell weiter vermittelt.

Jeden Mittwochvormittag gibt es das offene Frauenfrühstück. Hier können Vietnamesinnen vorbei schauen, sich unterhalten, Tee trinken, mitkochen. Und auch Beratung bekommen. Alles ohne Termin, Kosten oder bürokratische Hürden. Das ist vielleicht auch eines der Geheimnisse, warum die Sozialberatung so gut angenommen wird. Sie ist unkompliziert, von Mensch zu Mensch.

Hatten früher viele Vietnamesinnen Probleme, die existentiellen Grundlagen des Lebens zu organisieren, z.B. Wohnungssuche oder Arbeitsstelle, so verschob sich die Themenpalette der Sozialberatung mit der Zeit mehr und mehr auf Beziehungsprobleme. Gewalt, Spielsucht, Alkohol und Drogen, Liebeskummer waren Themen, die die Familien beschäftigten. Auch Eltern, die zunehmend Probleme mit ihren heranwachsenden Kindern bekamen, suchten Rat bei Vinaphunu. Einige Kinder kamen mit dem enormen Leistungsdruck nicht klar, der auf ihnen lastete. Zwischen zwei Kulturen stehend – der asiatischen und der europäischen – wollten Jugendliche dem Druck durch Drogenkonsum oder Schulverweigerung entfliehen. Durch ganz konkrete Maßnahmen, z.B. Begleitung zum Gespräch mit dem Schuldirektor oder durch Weitervermittlung z.B. zur Jugendhilfe konnte Vinaphunu schon vielen Familien helfen.

 

 
Sprechtext: Kochen & Handarbeiten

 

Gemeinsames Kochen ist in der vietnamesischen Kultur mit das Wichtigste überhaupt. Das Herz des Projektes ist demnach auch die Küche, in der gegart, gekocht und gebraten wird. Die Kochplatte ist fast immer in Betrieb… Rund um den Tisch versammeln sich die Frauen und bereiten das Essen zu: sie schnippeln Fleisch, putzen und schneiden Gemüse und Obst, waschen zwischendurch Geschirr ab und kümmern sich um die Töpfe und Pfannen auf dem Herd. Dazu trinken sie Tee und reden und reden und lachen… Der Kochkurs ist einer der wichtigsten Kurse des Projektes, denn er bringt die Gemeinschaft der Frauen zusammen. Er ist nicht nur ein Ort, an dem traditionelle vietnamesische Rezepte ausprobiert werden. Er ist auch Sozialberatung und Integrationskurs in einem. Denn hier tauen die Frauen auf, öffnen sich und erzählen von ihren Erfahrungen. Hier tauschen sie sich aus und geben Ratschläge und Hilfen weiter. Der Kochkurs funktioniert wie ein Marktplatz.

Eng verbunden mit dem Kochkurs sind die Handarbeitskurse. Dieses Angebot hat viele Vietnamesinnen zu Vinaphunu geführt. Auch handwerkliche Techniken wie Stricken, Häkeln, Nähen werden in diesem Kurs angeboten. Besonders gerne wird Kleidung für die vielen Babies und Kinder gestrickt, die im Laufe der 20 Jahre auf die Welt kamen.

 

 
Sprechtext: Kinder- und Jugendarbeit

 

Vinaphunu war von Anfang an immer zugleich auch ein Anlaufpunkt für viele Kinder und Jugendliche, die mit ihren Müttern und Familien das Projekt besuchten. Zu den meisten Kursen gibt es eine spezielle Kinderbetreuung, die dafür sorgt, dass die Mütter in Ruhe Deutsch lernen können oder den Koch- und Handarbeitskurs besuchen können.

Schon Mitte der 90er Jahre wurde es besonders für die sogenannte „Zweite Generation“ sehr wichtig, die vietnamesische Sprache in Wort und Schrift zu erlernen. So wurden Vietnamesisch-Kurse eingerichtet, die besonders von Schulkindern sehr gut besucht werden. Denn auch wenn die vietnamesischen Kinder häufig die Sprache der Eltern verstehen, haben sie Lesen oder Schreiben nie gelernt, da ihre Eltern meistens voll arbeiten. Um dieses Manko auszugleichen, wurden die Kurse angeboten. Erfahrungen zeigen, dass Kinder, die ihre Muttersprache beherrschen, viel besser und einfacher andere Sprachen erlernen, z.B. Deutsch.

Weitere Angebote für die Kinder sind ein großes Kinderfest im Hof, das jedes Jahr Anfang Juni, steigt. Mit Wettspielen, Kinderschminken und vielen Leckereien. Es gibt deutsche und vietnamesische Kinderliteratur, Zeitschriften, Comics, Spiele und Bastelmaterial in der Bibliothek.

Einige Jahre gab es die Mädchen-Tanzgruppe „Xinh Company“, die regelmäßig probte und auf vielen Events in Berlin erfolgreich auftrat. Zum Beispiel gewannen sie 2004 beim Karneval der Kulturen einen Preis für die beste Jugendgruppe. Viele Mädchen von damals sind inzwischen erwachsen geworden und dem Projekt treu geblieben. Sie schwärmen noch heute von ihrer Zeit bei „Xinh Company“.

Vinaphunu bietet spezielle Reisen für Kinder an, z.B. zu Disneyland und anderen Funparks. Aber auch innerhalb Berlins gibt es immer wieder tolle Ausflüge unter anderem ins Kino, Theater und Mitmachmuseum. Vinaphunu organisiert auch Fahrten zu internationalen Workshops und fördert das politische Bewusstsein der Jugendlichen über aktuellen Themen.

 

 
Sprechtext Bibliothek/Videothek/Blog:

 

Über 10.000 Medieneinheiten sind aktuell im Angebot: Romane, Zeitungen, Zeitschriften, Lexika, Nachschlagewerke zu Kultur, Geschichte, Kunst, Belletristik, Filme, DVDs, Musik u.v.m. Und fast alles auf Vietnamesisch. Ein ganzer Raum voll mit vietnamesischer Literatur und Kultur. Diese riesige Sammlung entstand im Laufe der vergangenen Jahre und sie wird sehr rege genutzt. Sehnsüchtig werden die neusten Werke aus der Heimat erwartet, aktuelle Bücher werden gleich ausgeliehen. Immer wieder transportieren vietnamesische Frauen Bücher aus Vietnam nach Berlin. Spenden von vielen Besuchern und Freunden haben diese Bibliothek ermöglicht. Immer wieder gab es auch die Bereitschaft, neben den eigenen Koffern aus Asien noch einige schwere Bücherkartons mit zu bringen. Ohne diese Hilfe von vielen Reisenden gäbe es heute nicht eine der größten Vietnamesisch-Bibliotheken europaweit. Sogar Studenten aus ganz Deutschland kommen, um in dem Angebot zu recherchieren. Für junge Lesefreunde aus der zweiten Generation halten wir auch deutschsprachige Literatur, Lexika, Belletristik, Zeitschriften usw. bereit.

Lest, lest, lest! – Das sollte schon von Beginn an den vietnamesischen Frauen vermittelt werden. Bereits im ersten Domizil, der Schliemannstraße, stand ein Glasschrank mit vielen Büchern. Inzwischen müssen wir die Regale schon in einem zweiten Raum aufstellen, um die Büchermassen zu bewältigen.

Sehr aktuell, und sehr informativ ist unser Internetblog www.vinaphunu.de Hier sind alle Aktivitäten, rund um das Projekt Vinaphunu gesammelt. Es gibt aktuelle Fotos, News und Beiträge von unseren Frauen. Pro Tag schauen weltweit inzwischen circa 200 Besucher auf diesen Blog. Inzwischen entdecken auch die vietnamesischen Frauen dieses Medium und schreiben tolle Beiträge.

 

 
 

Sprechtext Aktivitäten:

 

Vinaphunu macht selten Pause! Rund um das Jahr gibt es immer eine Menge zu tun. Ganz wichtig ist das traditionelle Tetfest Ende Januar bzw. Anfang Februar. Hier trifft sich die vietnamesische Gemeinde von Berlin im Club und begrüßt das Neue Jahr. Familien ziehen ihre beste Kleidung an. Viele Frauen kommen zum großen Familienfest traditionellerweise im Ao Dai, dem leichten, vietnamesischen Seidengewand. Die Projekträume werden sehr festlich geschmückt. Jede Farbe, jede Blume wird sorgsam ausgewählt. Das wichtigste Fest der Vietnamesen wird gebührend gefeiert und wochenlang liebevoll vorbereitet. Legendär sind die Frühlingsröllchen, der Hühnchensalat, der Klebreis und viele weitere Köstlichkeiten am Buffet. Das Tetfest bringt Alt und Jung zusammen, auch deutsche Freunde und andere Besucher feiern mit.

 

Jeden Freitag wird der Club Asiaticus zum Treffpunkt für vietnamesische Familien aus ganz Berlin. Die offene Teestube lädt ein. Es gibt Karaoke, gemeinsames Essen, Austausch und Plauderei. Hier trifft man Freunde, alte und neue Bekannte; Kinder spielen gemeinsam, malen oder tanzen zur Musik der Karaoke-Sänger.

 

Reisen bildet. Vinaphunu ist ein sehr reiselustiges Projekt. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Reisen und Ausflüge innerhalb und außerhalb Deutschlands organisiert. Das machte Spaß und hat auch unmerklich viele Vietnamesinnen in das Leben in Deutschland integriert. Reisen macht nämlich auch mutig. Man erfährt viel Neues und schaut über den eigenen Tellerrand hinaus. Viele europäische Länder wurden von den vietnamesischen Frauen schon erkundet: Spanien, Italien, Holland, Frankreich usw. September 2011 ist eine Reise in die Türkei geplant.

 

Der absolute Höhepunkt war die dreiwöchige Reise nach Vietnam im März 2010 mit einer großen Frauengruppe. 22 Frauen, darunter auch sechs deutsche Frauen, bereisten Vietnam im eigenen Bus, 2000 Kilometer von Süden nach Norden. Ein ganz großartiges Kulturerlebnis, auch anlässlich des 20. Jubiläums des Clubs Asiaticus e.V., sowie des 1000. Geburtstags der Hauptstadt Hanoi!

 

Folgende Termine sind bereits traditionell und fest im Jahresrhythmus von Vinaphunu eingeplant: im September der Tag gegen Rassismus, sowie der Mekong-Ländertag, jeweils mit Infostand, Infomaterial und kulinarischem Angebot. Das Interkulturelle Fest im Hof, mit Vereinen des Interkulturellen Hauses. Besuch bei Familie Weißenborn mit ihrem Projekt Kinderhilfe Hyvong. Auch die Frauenseminare im Herbst, in Hangelsberg und in Potsdam, die frauenspezifische Themen ansprechen, sind bereits Tradition.

Alle drei Monate gibt es eine Ausstellung, z.B. mit Fotos, Bildern, Plakaten in den Clubräumen, mit Vernissagen und Finissagen.

 

Jubiläen von Verein Asiaticus e.V. und Frauenprojekt Vinaphunu werden immer groß gefeiert: 5 Jahre und 10 Jahre in der Christburger Straße, und 15 Jahre Vinaphunu in der Wabe, Danziger Straße.

 

Vier Mal im Jahr gibt es Vorträge und Workshops zum Thema „Ältere Frauen und Gesundheit“. und Aerobic- und Tanzkurse für die Frauen. Mindestens einmal jährlich werden Weiterbildungsseminare zu speziellen Frauenthemen besucht.

 
 
Sprechtext THU :

 

Wer kann das alles stemmen? So eine Frau muss man erst mal finden.

Und es gibt sie: Loos Nguyen Thi Hoai Thu.

Thu ist Motor, Herz und kühler Kopf des Projekts Vinaphunu.

Thu kam 1987 in die DDR und arbeitete dort in einer Näherei als Dolmetscherin und Betreuerin. Sie hat im Laufe der vergangenen 20 Jahre Vinaphunu zu einer wirklichen Erfolgsstory gemacht. Natürlich nicht allein. Da waren viele Unterstützerinnen und Unterstützer. Und doch hatte sie immer die Zügel in der Hand, den richtigen Blick auf die Frauen.

Ihr Verdienst ist es, dass so viele vietnamesische Frauen heute stolz auf sich sein können, was sie schon geleistet haben.

 

Thu wurde 1957 in Hanoi geboren,. Sie stammt aus einer alten Gelehrtenfamilie, in der auch viel Französisch und Chinesisch gesprochen wurde. Kunst, Literatur und Bücher kennt und liebt sie seit ihrer Kindheit. Thu hat Literatur- und Bibliothekswissenschaften studiert. Ihre Bildung und ihr enormes soziales Interesse und Einfühlungsvermögen befähigen Thu, all die vielen verschiedenen Aufgaben im Club und im Vinaphunu zu bewältigen.

Zu ihrem Arbeitspensum gehört die Arbeit als Sozialarbeiterin, in Kochtöpfen zu rühren, der internationalen Presse Interviews zu geben, die nächsten zwei Jahre voraus zu planen, Lobbyarbeit für ihr Projekt zu leisten, Netzwerke zu pflegen oder mit 1000 anderen Arbeiten für das Projekt beschäftigt zu seien.

 
 
 
 
Sprechtext ERFOLG:

 

Für ihre erfolgreiche Projektarbeit ist Thu mehrfach ausgezeichnet worden. Höhepunkte waren die Verleihung des

Berliner Frauenpreises an Thu 1999 im Roten Rathaus und die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2001 durch Bundespräsident Johannes Rau.

Für Thu bedeuten diese Preise vor allem Anerkennung ihres Frauenprojektes Vinaphunu und gute Vorausstzung für weitere Lobbyarbeit. Denn ihr geht es immer um die Sache: die Integration vietnamesischer Frauen in die deutsche Gesellschaft.

Vinaphunu hat sich vom Ost-Projekt für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiterinnen zu einem Anlaufpunkt für ganz Berlin entwickelt. Heute hat Vinaphunu Besucherinnen aus allen Himmelsrichtungen: Ost, West, Nord und Süd. Sogar in Vietnam ist das Projekt landesweit bekannt. In vielen deutschen und vietnamesischen Medien, Radio-Interviews, TV-Sendungen lokalen und überregionalen Zeitungen und Zeitschriften ist Vinaphunu bekannt. Diverse internationale Radiosender, wie z.B. Radio France International oder Radio France Asia haben ebenfalls über das Frauenprojekt berichtet.

 
Sprechtext BILANZ& AUSBLICK:

Thu und die vietnamesischen Frauen können auf ihr Projekt sehr stolz sein. Nur gemeinsam, so das Fazit, können Frauen stark sein. Sie müssen zusammenhalten. Man muss einander zuhören und sollte gewiss sein, dass jeder für die Gemeinschaft etwas Positives beitragen kann. Nur so kann ein gutes Team funktionieren. Das hat Vinaphunu lebendig gezeigt. Bildung, Beratung und Integration für vietnamesische Frauen sind in den vergangenen Jahren sehr gut gelungen.

Nun ist eine neue, hoffnungsvolle Generation herangewachsen. Viele junge Frauen, die Anfang der 90er Jahre noch Babies waren, studieren heute. Viele zog es in die Welt hinaus. Wir werden sehen, wie sie ihre Zukunft gestalten werden.

 

Contanze Labrana Alacon

 

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