Category: Grußworte zum 20. Jubiläum


Vor 20 Jahren ist VINAPHUNU, sozusagen wie aus einer Selbstverständlichkeit heraus, entstanden: aus der Nachfrage und der Notwendigkeit jener objektiv betrachteten Situation. Es war die Wiedervereinigung Deutschlands, mit so unzähligen, fremden Erneuerungen in ganz vielen Bereichen, politischen, gesellschaftlichen usw., die neue Maßnahmen erforderten. Die ganzen neunziger Jahre bestanden für uns Immigranten aus dem Kampf um eine gesicherte Existenz, für ein geregeltes Leben, vor allem juristisch, aber auch allgemein. Im vergangenen Jahrzehnt stand die Integrationsarbeit wiederum stets an erster Stelle. Kurzum, das Leben bedeutet für uns immer große und neue Herausforderungen.

Die über 100 Beiträge, mit reichlichen Erinnerungen von Freundinnen und Freunden, Mitgliedern, Kolleginnen und Kollegen, kooperierenden Organisationen, von jenen, die alle einmal an den Aktivitäten des Clubs teilgenommen oder ihn besucht haben, sind allesamt enorme Lobe und Motivationen für VINAPHUNU.

In jedem Text, jedem Filmabschnitt und jeder Fotoaufnahme sehen wir uns aus den vergangenen 20 Jahren: frohen Mutes, ein neues, fremdes Leben in einem frisch vereinigten Deutschland beginnen. Wir sehen uns, in all den schwierigen Tagen, in den anstrengenden Zeiten, in denen unser Aufenthaltsstatus noch nicht geklärt war. Auch sehen wir uns voller Freude bei der Geburt unseres ersten Kindes auf deutschem Boden und auch besorgt, wenn sie vietnamesisch nicht beherrschen. Wir sehen uns stolz mit unseren traditionellen Gewändern im Roten Rathaus flanieren, im Schloss Bellevue oder beim Karneval der Kulturen, auf den Straßen von Berlin…

All jene sorgenden, schweren Schweißtropfen, jene trauernden ebenso wie Freudentränen, oder jene stolzen Erfolgslächeln… Sie alle schaffen ein Panoramabild des Lebens von uns Vietnamesen, worin die Frauen des Projektes, mit ihrer Selbstsicherheit und mit ihrem von Tag zu Tag stärkeren Wissen, eine bedeutende Rolle einnehmen, dank der sehr vielfältigen Aktivitäten von VINAPHUNU. All die Zeilen leuchtender Erinnerungen, diese Andenken werden immer funkeln und in unseren Gedanken und Herzen bleiben.

VINAPHUNU war ein echter Pionier, das allererste Projekt überhaupt, das vietnamesische Frauen im Ausland förderte. Die vorliegende Broschüre und der Dokumentarfilm möchten den Erfolg des Projekts dokumentieren und vielen Menschen verständlich machen. Dabei sollen nicht nur die unzähligen Aktivitäten hervorgehoben werden und die vielen persönlichen Erinnerungen und Eindrücke zu Wort kommen. Auch anderen, im Ausland lebenden Vietnamesen und nachfolgenden Generationen soll die Geschichte von VINAPHUNU Mut machen. Es ist eine Geschichte von Frauenaktivitäten für Frauen, genauer gesagt, zur Integration vietnamesischer Frauen in die deutsche Gesellschaft. Aber es ist auch eine Geschichte, die ganz allgemein, in einer anderen Gesellschaft, mit einem unterschiedlichen System funktionieren kann.

Die schwierigen Zeiten und der Kampf der Frauen um ihre Existenz dürfen nicht in Vergessenheit geraten.

Mit seinen Aktivitäten ist VINAPHUNU nicht nur zu einem Treffpunkt für vietnamesische Frauen und ihren Familien geworden, sondern auch zu einem stadtweit bekannten Kulturforum, wo sich auch deutsche und vietnamesische Frauen treffen können. VINAPHUNU wird nicht nur von der vietnamesischen Gemeinde, sondern auch vom Land Berlin und den Berlinern als ein wichtiger Teil, der in der Hauptstadt und in Deutschland lebenden Vietnamesen angesehen.

VINAPHUNU, das sind wir. Wir sind wegen uns und für uns aktiv. Damit wir ein glückliches und sinnvolles Leben in Deutschland führen können.

Wir möchten uns zutiefst bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen Berlin und beim Bezirk Berlin Pankow bedanken. Ohne deren wirksame Unterstützung in den 20 Jahren würde VINAPHUNU sicherlich kaum so erfolgreich, wie bis heute existieren können.

Vielen herzlichen Dank für die Hilfe und Zusammenarbeit von allen Kollegen, Organisationen und Vereinen, wie z.B. von unserem Trägerverband VIA, der Bürgerinitiative in Hohenschönhausen (BI), Publicata e.V., OASE e.V., VHS Pankow u.v.m.

Unsere Dankbarkeit gilt auch dem Club Asiaticus e.V. und der gesamten Mitgliedschaft, die stets eine wunderbare Stütze für VINAPHUNU war; von den ersten Tagen und in schwierigen Monaten, bis hin zum heutigen Moment.

Sehr dankbar sind wir für die aufrichtigen Herzlichkeiten und die Bereitschaft aller Freunde, der vietnamesischen Familie von VINAPHUNU hier, sowie in Vietnam, die gemeinsam immer mühelos geholfen und einen großen Beitrag zur starken Entwicklung von VINAPHUNU geleistet haben.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die ihre Texte zur Entstehung dieser Broschüre beigetragen haben.

Insbesondere und nicht zuletzt bedanken wir uns bei Dang Duc Son, Angelika Nguyen, Constanze Labrana Alarcon, Aymi Tran Van Ngoc, Volkan Alsan, Serhan Alsan, Nina Morawietz, Thu Ha Voigt, Nguyen Hoang Linh, Đào Quang Vinh, Nguyen Chau Nhi und Dao Linh Dan; all denen, die zur Entwicklung des Dokumentarfilmes und des Buches beigetragen haben.

Aufrichtig,

Loos Nguyen Thi Hoai Thu

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„20 Jahre VINAPHUNU“, was Sie in Ihren Händen halten, besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: dem Dokumentarfilm und der Broschüre mit all den Grußworten und den Erzählungen.

„20 Jahre VINAPHUNU“ in Form von sowohl Film als auch Buch strebt allerdings keine chronologische Wiedergabe von VINAPHUNU an. Dies ist schlicht nicht realisierbar. VINAPHUNUs organisierte, durchgeführte und verwirklichte Ererignisse, Aktivitäten, Aktionen etc in den vergangenen 20 Jahren sind von der Quantität sowie Qualität so vielfältig, dass die Auflistung ganz und gar keine einfache Aufgabe wäre.

Dennoch, um den mühsamen Weg gepflastert mit den anspruchsvollen Herausforderungen der 20 Jahre aufzuzeigen, sind jeder Text von Ihnen, jede Sekunde des Film… schwer zu vergessene Eindrücke und Erinnerungen… und um VINAPHUNU von den ersten Schritten an, über den größer werdenden Entwicklungen bis zum starken heutigen Tage zu sehen. Auch damit wir ein Gesamtbild von VINAPHUNU und seinen vielen verschiedenen Aktivitäten durch jede Erinnerung auf den Seiten betrachten können…

Dies ist möglich durch die Teilnahme, Beiträge, Unterstützungen usw. von jedem von uns und allen in den ganzen 20 Jahren. Vollkommen herzlich und freiwillig.

„20 Jahre VINAPHUNU“ darf Ihnen hier voller Stolz die Grußworte des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Herrn Klaus Wowereit; von der Staatssekretärin der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Frau Almuth Hartwig- Tiedt; der Präsidentin der Union vietnamesischer Frauen, Frau Nguyen Thi Thanh Hoa; der Chefredakteurin der Zeitung „Die Frau Vietnams“ , Frau Nguyen Thi Thuc Hanh, und des Bezirksbürgermeisters von Pankow, Herrn Matthias Köhne zusammen mit den Glückwünschen und weiteren Beiträgen von zahlreichen Freunden, Mitgliedern und Gästen vortragen. Das ist eine ausgeprochen große Ehre zum 20 jährigen Bestehen des VINAPHUNU.

Aus Einschränkungen zeitlich sowie des Personals wird es nicht zu vermeiden sein, bestimmte Details ausgelassen zu haben. Wir bitten daher um Ihre Nachsicht. An dieser Stelle ist die ernste Anstrengung in den vergangenen Monaten und Tagen zur Verwirklichung von „20 Jahre VINAPHUNU“ ein hochachtungsvolles Dankeschön von VINAPHUNU an Sie.

Herzlichst,

Hoai Thu Loos,

Projektleiterin VINAPHUNU


Unter dem Namen Xinh Company (Die „kleine, niedliche“ Company) präsentierte sich zum ersten Mal am 19. Oktober 2002 die Tanzgruppe aus über zehn vietnamesischen Mädchen vom Club Asiaticus e.V. – VINAPHUNU bei der interkulturellen Veranstaltung von „Interklang“. Doch bereits einige Jahre zuvor, Ende der neunziger Jahre, konnten viele die Gruppe an den Neujahrsfesten oder zur 10. Jubiläumsfeier des Clubs im Jahre 2000. Auch auf verschiedenen anderen Veranstaltungen wie bei der Tagung zum „10. Jubiläum Interkultureller Arbeit in Ostdeutschalnd“ im Senat für Inneres, beim Jubiläum von VINAPHUNU 2001, zur Eröffnung des Interkulturellen Hauses (IKH) 2002 konnte das Publikum viele beeindruckende Tänze mit den hübschen Mädchen bestaunen.

In all den aktiven Jahren bis Dezember 2006 trat Xinh Company auf großen und bedeutenden Veranstaltungen des Clubs wie zu den 15. Jubiläumsfeiern des Asiaticus e.V. und des VINAPHUNU, an den Ausstellungseröffnungen zum Neujahrsfest, an den Kinder- und Sommerfesten des Clubs auf, sondern auch an Festen von anderen Organisationen wie vom Dachverband VIA, Publicata, BI usw. oder auf dem Europafest im IKH, am „Vietnamtag“ im Cafe Multi-Kulti, auf dem Frühlingsfest etc., auf verschiedenen Bühnen des Bezirkes und der Stadt: auf dem Blumenfest, an Oberschulen währrend der Projektwochen, auf dem Fest „Gemeinsam Leben“ ebenso wie auf großen städtischen Veranstaltungen: am „Tag gegen Rassismus“, beim Mekong-Ländertag im Rahmen der Pazifikwochen, „Vietnam Forum „ oder beim Karneval der Kulturen von 2004 bis 2006… und 2005 war Xinh Company zum Auftritt beim Hoffest des Regierenden Bürgermeisters von Berlin im Roten Rathaus eingeladen worden.

Seit Mitte Sommer 2003 gibt es nicht nur für junge vietnamesische Mädchen die Gelegenheit, wöchentlich Tanz und Gesang in der Gruppe zu üben. Dies ist eine wunderbare Möglichkeit für deutsche und vietnamesische Jugendliche und Kinder sich zu treffen und sich auszutauschen. Für deutsche Mädchen ist es das Kennenlernen einer neuen Kultur, sich für Neues zu öffnen; für vietnamesische Mädchen das Kennenlernen ihrer eigenen Herkunft, somit auch sich selbst.

Alle bisherigen Mädchen von Xinh Company sind ausschließlich in Deutschland auf die Welt gekommen, leben und lernen hier. Die meisten Eltern sind oft rund um die Uhr beschäftigt, so dass sie kaum Zeit haben, ihnen über Vietnam, ihr Land, ihre Herkunft, ihre Kultur zu erzählen. Viele konnten, bevor sie die Sprachkurse im Club ASIATICUS besuchten, kaum fließend vietnamesisch sprechen. Sprache ist äußerst wichtig, und Tanz ist eine besondere Form der Sprache. Dies ist ebenfalls ein Weg der Kommunikation, welche hilft sich gegenseitig besser zu verstehen. Körperhaltung, Bewegung und Rhythmus eines jeden Volkes sind verschieden. Diese kennenzulernen und sie zu verstehen heißt, sich selbst ein Stück besser zu verstehen. Den Mädchen werden durch die Tänze die Vielseitigkeit der verschiedenen Kulturen Vietnams nähergebracht. Gleichzeitig geben sie mit den Präsentationen ihre Erkenntnisse auch an andere weiter.

Desweiteren gibt es auch Exkursionen, wie z.B. der Besuch des Tanztheaters von der indischen Künstlerin Daksha Shet im Haus der Kulturen der Welt, einen Exkurs in Standardtänzen, einen Basiskurs zum Schminken für die Bühne, Ausflüge nach Rostock zur Internationalen Gartenschau oder nach Soltau in den Heidepark usw. Nach anstrengenden Trainingsphasen für Auftritte können sich die Mädchen dann beim Bowling oder bei einem Kinobesuch entspannen, um Kraft für weiteres Training zu schöpfen.

Auch die Feier mit den Eltern im Club zum Abschluss einer Auftrittsreihe oder Weihnachtsfeier versuchten den Mädchen von Xinh Company eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, in der alle Erwachsene hier und in Vietnam sich für sie sorgen und sie unterstützen wie mit Essen, Requisiten, Schminkkoffern, Stoffe kaufen, Kostüme nähen und von Vietnam hierher transportieren… und egal wie weit der Auftritt auch sein mag, die Frauen und Männer von VINAPHUNU waren immer begeistert jubelnd dabei.

Jeder, der ein Training beobachtet hat, weißt wie hart geübt wird. Jeder Schritt muss selbstverständlich synchron mit den anderen sein, jede Handbewegung muss stimmen, die Finger dürfen nicht in die falsche Richtung gestreckt sein, das Gesicht muss strahlen usw.

Alle diejenigen, die die wunderschönen, geschmeidigen Tänze mit der professionellen Art von Xinh Company einmal sehen konnten, die die leuchtenden, klaren und hübschen Gesichter der Xinh Company Mädchen in den Seidenroben der traditionellen Vietnamesen sahen… in den Gewändern mit dem typischen Feldgesang der Bauern aus dem Mekongdelta, in den langen, anmutigenden Ao Dai mit den Strohhüten in den Händen, in den Wickelröcken mit den Tüchern der Thai, Muong – Bevölkerung… oder mit den Lampions aus Hoi An und vielen anderen Tänzern mit Einflüssen anderer Bergbevölkerung Vietnams, können wohl schwer diese entzückenden Momente und die Schönheit, die diese Kunstform wiedergibt, vergessen.

Um bei einem Auftritt einen tosenden Applaus zu bekommen, müssen die Mädchen sehr viel Kraft investieren. Sie lernen ebenfalls etwas, was sie für ihr ganzes Leben gebrauchen: Fleiß, Kampfgeist und Geduld. Spätestens nach dem Gewinn des 1. Platzes beim Wettbewerb des Karneval der Kulturen 2004 hat sich das ganze „khổ luyện“ mit unserem „ý chí“ gezeigt, dass es sich durchaus lohnt, sich einzusetzen und an sich zu glauben. Wir können mit Stolz sagen, dass wir, als die kommenden Generationen, das Bewusstsein haben, uns in der Gesellschaft sehr gut bewähren zu können.

Mit ihren vielseitigen Teilnahmen an kulturellen, politischen Aktivitäten in der deutschen Gesellschaft und dem Erfolg mit dem ersten Platz beim Karneval der Kulturellen 2004, ist Xinh Company mit den hinreißenden Mädchen bekannt geworden und repräsentiert nicht nur VINAPHUNU – Club ASIATICUS sondern auch einen Teil der vietnamesischen Gemeinschaft mit ihrem Beitrag zum interkulturellen Leben in Berlin. Xinh Company wurde von verschiedenen deutschen sowie vietnamesischen Presseagenturen vorgestellt wie von Radio Multikulti, der Deutschen Welle, RBB, der Zeitschrift „Vietnamesische Frauen“, der Zeitung „Dat Viet“, im vietnamesischen Fernsehen bei dem Sender VTV4… oder in anderen Veröffentlichungen der Vietnamesen in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Obwohl Xinh Company seit fünf Jahren pausiert, wird sie dennoch immer der Stolz selbst der Mädchen, sowie der Eltern und auch der vietnamesischen Gemeinde, insbesondere von VINAPHUNU – Club Asiaticus bleiben, wo sie gegründet und mit den Aktivitäten gepflegt wurde. In der gesamten Zeit bereitete Xinh Company uns allen stets Freude und machte uns stolz. Heute sind alle groß, erwachsen und verstreut in der ganzen Welt, denken aber noch immer an Xinh Company, ihr kleines Nest mit den wunderbaren Erinnerungen verbunden mit tiefster Dankbarkeit. Währrend der Zeit bei Xinh Company mit den langen Trainingsstunden und den Auftritten gewannen die Mädchen an Selbstbewusstsein und Wissen dazu. Genau dieser Zeitabschnitt mit den wertvollen Erfahrungen sind beträchtliche Beiträge zu ihrem Erfolg auf zukünftigem Wege und bleiben wundervolle Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend.

Aymi TranLeiterin des Xinh Companys

Hanoi, den 31. März 2011

Grußwort

Liebe Frauen von VINAPHUNU,

im Namen des Vorstandes der zentralen Union der vietnamesischen Frauen möchte ich zunächst die herzlichsten Grüße an Sie zum zwanzigjährigen Bestehen von VINAPHUNU übersenden.

Seit der Gründung hat VINAPHUNU viele sinnvolle und praktische Aktivitäten gemeistert und ist zu einer zuverlässigen, vertrauensvollen Adresse für die in Deutschland lebenden und arbeitenden Vietnamesinnen geworden. Es ist ein Ort, an dem sie sich treffen, ihre Erfahrungen und Probleme austauschen. Es ist auch eine Stelle, an der sie Hilfe bei der Überwindung ihrer Schwierigkeiten, zur Integration in ein neues Umfeld, für ein wohl geordnetes Leben erhalten. Es ist erfreulich festzustellen, dass VINAPHUNU sich besonders für die „Pflege der vietnamesischen Seele“ bei den jüngeren Generationen, bei den in Deutschland aufwachsenden vietnamesischen Kindern einsetzt. Dies trägt dazu bei, dass Jugendliche sich solidarisch verhalten, ihre vietnamesischen, kulturellen Traditionen nicht vergessen und sie aufrecht erhalten.

Es ist eine Freude für mich, zu erfahren, dass VINAPHUNU sich nicht nur an Vietnamesinnen in Deutschland wendet, sondern auch Aktivitäten für das Heimatland Vietnam leistet. VINAPHUNU sammelt Spenden für hilfsbedürftige Menschen in der Heimat. Darüber hinaus sieht sich VINAPHUNU als eine Brücke, die Deutsche mit der vietnamesischen Kultur verbindet, damit sie die Kultur, das Land und die Menschen Vietnams verstehen und kennenlernen können.

Der Vorstand der zentralen Union der vietnamesischen Frauen wertschätzt und würdigt Ihre Bemühungen, Anstrengungen, Leidenschaft sowie Ihre Errungenschaften in den vergangenen 20 Jahren; insbesondere die Hingabe von Frau Hoai Thu und anderen Mitgliedern in der Leitung von VINAPHUNU. Mit VINAPHUNU tragen Sie dazu bei, die Tradition der freundschaftlichen Solidarität und Verbundenheit der Vietnamesen zu bekräftigen und zu entfalten. Dies bringt VINAPHUNU eine beständige Verlässlichkeit und die nachhaltige Unterstützung der örtlichen Verwaltungsbehörden, insbesondere der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen des Landes Berlin.

In Namen der zentralen Union der vietnamesischen Frauen möchte ich Ihnen noch einmal die besten Glückwünsche zu Ihrem bedeutenden Ereignis übersenden.

Möge VINAPHUNU die Errungenschaften aufrechterhalten und weiter entwickeln, ein Zuhause für vietnamesische Generationen in Deutschland bleiben, um die guten Traditionen und die kulturelle Identität der Vietnamesen im Allgemeinen und der vietnamesischen Frauen insbesondere zu wahren.

Bei der Gelegenheit möchte ich den herzlichsten Dank an die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen des Landes Berlin für ihre Unterstützung der Aktivitäten der Vietnamesinnen in Berlin zum Ausdruck bringen.

Ihnen allen wünschen wir Gesundheit, Glück und Erfolg.

Mögen alle Veranstaltungen zum zwanzigjährigen Bestehen von VINAPHUNU erfolgreich ausgerichtet werden.

Herzliche Grüße

Gez.

Nguyen Thi Thanh Hoa

Präsidentin der Union der vietnamesischen Frauen.

 

(Übersetzerin Thu Ha Voigt)


Hanoi, den 10.03.2011

An Frau Hoai Thu und alle Frauen des Projekts VINAPHUNU, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

Liebe Frau Hoai Thu,

liebe Frauen von VINAPHUNU,

die Zeitschrift „Vietnamesische Frau“ ist das Sprachorgan der Zentralen Union Vietnamesischer Frauen. Seit der Gründung vor 60 Jahren und in den Aufbaujahren ist unsere Zeitschrift „Vietnamesische Frau“ eine verlässliche Freundin und gleichsam eine Quelle unentbehrlicher, „geistiger Nahrung“ für unzählige Frauen geworden.

Dem Trend der Integration und der Entwicklung unseres Landes entsprechend, werden die Artikel unserer Zeitschrift stets intensiviert, Inhalte und Gestaltung modernisiert. Sie spiegeln Wünsche, Anliegen und Gedanken der Leserinnen wider und sind eine Brücke unter Frauen im Inland sowie im Ausland. Neben der Aufgabe, die Qualität der Artikel unserer Zeitschrift zu entwickeln und zu erhöhen, konzentriert sich die Redaktion seit Kurzem auf das Angebot einer psychologischen Beratung Thanh Tam per Telefon. Auch das Lesen unserer Zeitschrift auf Mobiltelefon ist möglich. Wir kooperieren bei vielen Events mit vietnamesischen Fernsehsendern, insbesondere bei sozialen und karitativen Aktivitäten. Das alles mit dem Ziel, den Leserinnen unsere Zeitschrift noch effektiver nahe zu bringen.

Alle Mitarbeiter, Redakteure, Reporter unserer Zeitschrift haben im vergangenen Jahr 2010 zahlreiche Aktivitäten durchgeführt, die das Wohl, insbesondere für arme und hilfsbedürftige Frauen im Blick hatten. Das geschah, indem sie Spenden sammelten und den Bau eines „Zuhauses der Anteilnahme“ für arme Familien unterstützten. Hier bekommen mittellose Frauen und Kinder konkrete Hilfen, die es ihnen erlaubt, Schwierigkeiten zu überwinden, z.B. gute Leistungen in der Schule zu erreichen. Unsere Mitarbeiter besuchten schwerkranke Kinder und Waisenkinder und überreichten ihnen Geschenke. Die Stiftung „Für Arme Frauen“ wurde gegründet.

Mit Herz und aus Nächstenliebe haben die Frauen von VINAPHUNU viele Millionen VN-Dong für hilfsbedürftige Menschen gespendet, die sie unserer Zeitschrift „Vietnamesische Frau“ überreichten. Dank dieser großzügigen und wertvollen Hilfe, zusammen mit weiteren Spenden von Gemeinden, örtlichen Behörden sowie Sozialorganisationen, konnte vielen Menschen geholfen werden. So hat z.B. die Familie von Frau Pham Thi Nguy aus der Provinz Quang Ngai, einem Opfer von „Agent Orange“, ein „Zuhause der Anteilnahme“ erhalten. Dieses Heim trägt nun den Namen VINAPHUNU. Die Familie von Herrn Huynh Bam aus der Provinz Hai Duong, sowie die Familie von Herrn Nguyen Huu Phe, auch einem Opfer von „Agent Orange“, bekamen je 5.000.000 VN-Dong für Hausrenovierung; zwanzig arme Familien aus der Provinz Ha Tinh erhielten je 500.000 VN-Dong für die Überwindung von Schäden durch Überschwemmungen. Der Verein der Opfer von „Agent Orange“ des Bezirks Hai Ba Trung in Hanoi hatte 500.00 VN-Dong für Filmtickets erhalten. Bei ihrer Vietnam-Reise im Februar 2011 hat die Vertretung von VINAPHUNU im Auftrag der vietnamesischen Frauen von VINAPHUNU unserer Zeitschrift einen Betrag in Höhe von 1003 Euro überreicht. Die Zeitschrift „Vietnamesische Frau“ hat diesen Betrag im Empfang genommen und wird ihn im Jahr 2011 an hilfsbedürftige Frauen weiterreichen.

Zum zwanzigjährigen Bestehen des Projekts VINAPHUNU möchte die Redaktion der Zeitschrift „Vietnamesische Frau“ den humanistischen Tätigkeiten der Clubmitglieder für das Gemeinwohl in den vergangenen Zweijahrzehnten ihre hohe Wertschätzung zollen.

Im Namen unserer Reporter und Redakteure und der Leser der Zeitschrift „Vietnamesische Frau“ aus ganz Vietnam dürfen wir Ihnen die besten Glückwünsche übersenden. Möge VINAPHUNU immer ein warmherziges, liebevolles Zuhause bleiben, weiterhin Frauen zum Zweck der Integration gewinnen und immer auf die Heimat blicken.

Ihnen wünschen wir immer schön und immer jung zu sein; genau so schön und jung wie das Clubalter von 20. Mögen die Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen der Zeitschrift „Vietnamesische Frau“, der „Zentralen Union Vietnamesischer Frauen“ und VINAPHUNU immer solidarisch und fest sein.

Hochachtungsvoll

Chefredakteurin der Zeitschrift

Vorstandmitglied des Vorstandes der „Zentralen Union Vietnamesischer Frauen“

Nguyễn Thị Thục Hạnh

(Übersetzerin Thu Ha Voigt)


Ich sehe vietnamesische Frauen in Berlin, in der Straßenbahn, auf dem Fahrrad, als Verkäuferinnen im Laden, als Kellnerinnen, Mütter, Autofahrerinnen. Dann denke ich immer an VINAPHUNU und das laute Lachen in der Küche. Dort ist eine Atmosphäre, in der die Frauen sich entspannen können, kochen, essen, reden auf Vietnamesisch, hier geht es um ihre ureigenen Sorgen und Freuden, hier kennen sie einander, hier ist ein Zuhause in der Fremde.

Das vietnamesische Frauenprojekt Vinaphunu, zu dem diese Küche gehört, ist hervorgegangen aus realsozialistischer Geschichte und Bruderlandverträgen und heute ein einzigartiges Zentrum geworden, zu dem Vietnamesinnen aus ganz Deutschland kommen. Gegründet und 20 Jahre lang angetrieben, gestaltet und verlebendigt von Frau Thu, ist VINAPHUNU ein Stück soziokulturelle Pionierarbeit. Ein Projekt der vielen tausend Kleinigkeiten für eine große Sache: Integration.

Angelika Nguyen

Sehr geehrte Mitglieder des Clubs Asiaticus, sehr geehrte Frau Hoai Thu Loos, liebe Frauen von VINAPHUNU,

ich freue mich sehr, mit diesem Grußwort dem Frauenprojekt VINAPHUNU zum 20-jährigen Bestehen gratulieren und zugleich allen an diesem erfolgreichen Projekt Beteiligten meinen Dank aussprechen zu können. Mein Haus hat die Arbeit des Projektes von Anfang an inhaltlich begleitet und finanziell unterstützt, daher hat dieser Geburtstag auch für mich eine besondere Bedeutung.

Die Gründung des Frauenprojektes VINAPHUNU 1991 fiel in eine Zeit des politischen Umbruchs und zahlreicher damit verbundener Herausforderungen – auch im Bereich der Frauen und Integrationspolitik. Der Club Asiaticus e.V. hat diese Herausforderung angenommen, indem er mit VINAPHUNU eines der ersten Migrantinnenprojekte im Ostteil der Stadt ins Leben gerufen hat. 1991 stand hierbei die besondere Situation der vietnamesischen Vertragsarbeitnehmerinnen in der ehemaligen DDR im Mittelpunkt. Wie ihre männlichen Landsleute auch waren sie vom Verlust des Arbeitsplatzes, der Wohnung und häufig auch des Aufenthaltsstatus betroffen. Wie so oft in Zeiten einer Krise waren es insbesondere die Frauen, die zusätzlich die aus den Belastungen resultierenden familiären Probleme aufzufangen versuchten.

VINAPHUNU hat mit seinen Beratungs- und Unterstützungsangeboten zahlreichen Vietnamesinnen und ihren Familien helfen können, sich hier zu integrieren und eine sichere Zukunftsperspektive zu entwickeln. Für viele Projektbesucherinnen haben sich durch Angebote wie Sprachkurse, Frauenreisen, Kulturveranstaltungen und vieles mehr Freiräume eröffnet, die nicht für alle selbstverständlich waren. Bei aller Bedeutung, die das Projekt der Integration in die Berliner Gesellschaft beimisst, so legte VINAPHUNU von Anfang an auch großen Wert darauf, dass die Besucherinnen die verschiedenen Aspekte ihrer Identität leben können und den Bezug zu ihren Wurzeln nicht verlieren. Die Pflege der vietnamesischen Kultur spielt hierbei eine wichtige Rolle – sei es in sehr sinnlicher Form wie in den Kochkursen, oder über die stattliche Bibliothek mit vietnamesischen Büchern und nicht zuletzt durch die legendären Tet-Feste, von denen ich einige miterleben konnte. Die Angebote erreichen dabei nicht nur die vietnamesischen Frauen und ihre Familien, sondern auch eine große Zahl nichtvietnamesischer Besucherinnen und Besucher unterschiedlichster Nationalitäten. Interkultureller Austausch ist hier selbstverständlich praktizierte Normalität.

VINAPHUNU lebt davon, dass das Projekt für viele Besucherinnen zu einem Stück Familiegeworden ist, für das sich alle verantwortlich fühlen und zu dessen Gelingen sie aktiv beitragen. Dies ist nicht zuletzt Hoai Thu Loos zu verdanken, die VINAPHUNU mit ins Leben gerufen und sich in diesen zwei Jahrzehnten mit Leib und Seele dafür engagiert hat. 1999 ist sie für dieses Engagement mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet worden. Mit scheinbar unerschöpflicher Energie bringt sie immer neue Ideen hervor und prägt die Projektarbeit in entscheidender Weise. Hierfür möchte ich meinen besonderen Dank aussprechen.

Ich wünsche VINAPHUNU und allen mit dem Projekt verbundenen Frauen für die weitere Zukunft alles Gute!

Almuth Hartwig-Tiedt

为柏林亚洲俱乐部“越南妇女”二十周年纪念

旅居德国期间,我和柏林亚洲俱乐部结下了深厚的友谊,也正值那段时间,成立了“越南妇女”的工作项目,转眼二十年了。我回到中 国也十三年了,但时常想起柏林和柏林的亚洲俱乐部,想起那些旅居柏林的亚洲朋友们和对亚洲有好感柏林的德国朋友们。提到妇女,首先是“母亲”,是每一个人 都有的。其次是“妻子和女儿”,妻子是正在进行时的“母亲”,女儿是将来时的“母亲”,这些都是与男人们最近的女人。如果一个家庭没有了女人,家庭就消失 了。想起越南,过去经历了那么多年的战火,很多男人牺牲了。很多人流向世界各个角落,但是越南的文化,都在“母亲的”血液里传承着。“母亲”像一盏灯,她 团聚着一群人,象征着理智,引导着光明。只要有“母亲”,就会有将来。为今天的“越南妇女”祝福!为怀秋大姐的不懈努力的工作祝福|

任世民

Während meines Deutschland-Aufenthalts ist meine tiefe Verbundenheit mit Club Asiaticus entstanden. Auch in dieser Zeit wurde das Projekt VINAPHUNU ins Leben gerufen. Nun sind 20 Jahre vergangen und ich lebe auch schon seit 13 Jahren in China. Berlin und Club Asiaticus kommen mir noch immer in den Sinn. Immer wieder erinnere ich mich an die asiatischen Freunde in Berlin und an die deutschen Freunde, die sich für Asien interessierten. Wenn wir nun von Frauen sprechen, so sind sie immer zuerst Mütter, und dann Ehefrauen und Töchter. Jeder von uns hat eine Mutter, eine Ehefrau ist eine werdende oder eine sich sorgende Mutter, auch die Tochter ist eine zukünftige Mutter. Mütter, in welcher Form auch immer, stehen einem Mann am nächsten. Eine Familie ohne Mutter besteht nicht lange als Familie. Wenn ich an Vietnam denke, denke ich oft an die Kriegsjahre, in denen viele Männer getötet wurden. Auch viele Menschen sind in die weite Welt gegangen. Aber die Kultur Vietnams bleibt im Blut der Mütter. „Mutter“, das gleicht einer Lampe, um die sich Menschen sammeln. Sie symbolisiert Vernunft und bringt Licht. Solange es Mütter gibt, gibt es eine Zukunft. Ich wünsche dem heutigen VINAPHUNU viel Glück, meiner großen Schwester Hoai Thu wünsche ich viel Glück und Erfolg!

Shimin Ren aus Beijing

Professor für Bildhauerei

7.2011

20 Jahre VINAPHUNU – herzlichen Glückwunsch und viel Glück und Erfolg weiterhin!

VINAPHUNU bedeutet für mich in erster Linie Hoài Thu – ohne sie, ihren Einsatz, ihre unerschöpfliche Schaffenskraft und Energie und ihre Offenheit, wäre dieses Projekt sicher nicht schon so lange so erfolgreich.

Zuerst kam ich vor fast 18 Jahren in Kontakt mit VINAPHUNU, über den chinesischen Ehemann einer Freundin, der damals im Club Asiaticus, damals noch in der Schliemannstraße, arbeitete und dort unter anderem Chinesischunterricht gab, an dem auch ich teilnahm. Es war eine sehr gemischte Gruppe, bestehend aus einigen vietnamesischen Kindern und ein paar interessierten Erwachsenen, darunter auch Thu. Meine Tochter, damals noch ein Baby, die manchmal aus Mangel an Babysittern mit am Chinesisch-Unterricht teilnehmen musste, wird Thu vermutlich immer in Erinnerung bleiben, als das blonde Baby mit der stets laufenden Nase…

Auch nach Ende des Chinesisch-Kurses blieb ich in Kontakt mit dem Club, so dass ich die diversen Umzüge in neue Räume mit verfolgen konnte. Mitte der 90er habe ich im Club, diesmal in der Christburger Straße, einen Workshop für die Kinder angeboten, in dem sie selber, mit einfachen Mitteln, Schmuck basteln konnten. Später arbeitete ich am ersten Internetauftritt von VINAPHUNU mit.
Die Atmosphäre im Club ist immer sehr herzlich und offen, die Tet-Feste legendär, mit ihren Kunstausstellungen, Tanz- und Musikdarbietungen – und insbesondere für meine Tochter Mara, die sozusagen mit VINAPHUNU groß geworden ist, werden die fantastischen Büffets, ganz besonders aber „Thus Röllchen“- vietnamesische Frühlingsrollen, hergestellt vom Kochkurs VINAPHUNUs –  immer ein unvergessliches Highlight aller Veranstaltungen bleiben.

Wenn ich meine Eindrücke aus den letzten 18 Jahren Revue passieren lasse, so kann ich nur zutiefst beeindruckt davon sein, welche Probleme Thu schon bewältigt hat. Wenn ich je in Schwierigkeiten geraten würde, ich wäre unbesorgt, wenn ich Thu an meiner Seite wüßte…Was sie alles auf die Beine gestellt hat und mit welcher Energie und Herzlichkeit sie nicht nur für die Integration vietnamesischer Frauen arbeitet, sondern auch daran, uns nicht-Vietnamesen ins Club-Geschehen zu integrieren.
Danke, Thu, für alles, was Du für VINAPHUNU und Berlin getan hast!

Sandra Daniel

Berlin, 7.2011