Category: Grußworte zum 20. Jubiläum


Liebe Frauen von VINAPHUNU!

Meine herzlichsten Glückwünsche zum 20. Jahrestag Eures Bestehens!

In der Vergangenheit hatte ich viele Begegnungen mit Vietnamesen, die mich dann indirekt zu Euch führten. Mit dem Land Vietnam verbanden mich in der DDR immer besondere Gefühle.

1957 hatte ich das große Glück dem Präsidenten Vietnams Ho Chi Minh (Onkel Ho) zu begegnen, der das Pionierzeltlager “Helmut Just” in Biesenthal besuchte, um sich über die Erholungsmöglichkeiten der Kinder in der DDR zu informieren. Schon einen Tag zuvor knisterte es in der Luft vor Anspannung und Erwartung. Alle Kinder waren gespannt auf den hohen Gast. Völlig unkompliziert setzte er sich zwischen uns in den Sand und erzöhlte von seiner Heimat und der Liebe zu seinen Landsleuten. Aufmerksam verfolgte er unserer Lieder, besah sich die Zelte und stellte Einzelnen Fragen. Er hat mich durch seine Art persönlich sehr beeindruckt, er stellt sich uns als ein bescheidener, kluger und warmerziger Mensch dar.

Vietnamesen gehörten bei uns in der DDR zu unserem Alltag, auch zumeinem. Mein Vater arbeitete damals im TRO (Transformatorenwerk Oberschöneweide). Er betreute im Werk in den 60iger Jahren junge Vietnamesen, die dort ihre Ausbildung erhielten und dann in ihre Heimat zurückkehrten. Das erste mal waren sie von zu Hause weg und hatten natürlich auch Heimweh. Mein Vater lud die Jungen oft zu uns ein und gab ihnen damit ein zweites Zuhause, ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Sprachbarrieren wurden schnell überwunden, die Jungen erlernten rasch die deutsche Sprache. Nach Rückkehr in die Heimat wanderten oft noch Briefe hin und her, manchmal auch Ersatzteile für die in der DDR gekauften Mopeds…

1994 begann ich meine Tätigkeit bei publicata e.V. als Leiterin einer Psycho-sozialen Beratungsstelle für Ausländer. Ich suchte nach Erfahrungen anderer Vereine und wandte mich an die damalige Ausländerbeauftragte M. Arndt, sie benannte mir Eure Adresse. Umgehend nahm ich Kontakt zu Thu auf. Die Beratungsstelle war zu der Zeit in der Schliemannstraße. Ich freute mich auf die erste Begegnung mit Thu und ging voller Erwartungen hin. Wie es auch heute bei Euch zugeht, empfing mich viel Trubel, ein Sprachkurs lief, Beratungsgespräche… Thu bot mir in ihrer gastfreundlichen Art einen mir ungewöhnlichen Tee an (ich bin doch kein Teetrinker). Ich trank ihn aber tapfer. Sie zeigte mir ihre bekannten Bilddokumente (die ja heute nach 20 Jahren kaum noch zu zählen sind), erzählte mir von den Anfängen in der Beratungstätigkeit. Es war für mich ein informativer, interessanter und bewegender Nachmittag. Ich nahm viele Ideen mit und war damit auch in das “Kontaktnetz” von Thu aufgenommen.

Seit diesen Zeitpunkt genoss ich die vielen Feste im Club, lernte die unwahrscheinliche Gastfreundschaft und die Vielfalt der vietnamesischen Küche kennen und schätzen (nicht nur ich). Ich erinnere mich an jeden Eurer Umzüge, an die jährlich zunehmenden Gäste, die sich mit Eurem Club verbunden fühlten und fühlen. Bewundert habe ich immer die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, die den Bekanntheitsgrad von VINAPHUNU erhöhten. Und es fiel mir stets auf: immer ist alles in Bewegung, viele Aktivitäten, der ist eine Heimstatt für die Frauen und Kinder zur Hilfe und zum Fröhlich sein – Ihr seid eine große Familie! Froh war ich natürlich auch, das unser Verein pblicata e.V. mal kurzfristig helfen konnte, drei Kollegen von Euch bei uns zu beschäftigen.

Hinter allem was der Club heute ist, steckt unwahrscheinlich viel Engagement, Kraft und Optimismus, vor allen Dingen von Thu mit ihren fleißigen vietnamesischen Frauen.

Es ist gut, dass es Euch gibt, Ihr seid für viele Vietnamesinnen nicht mehr wegzudenken und für die deutschen Freunde auch nicht. Es ist mit Euch im Prenzlauer Berg richtig bunt!

Ich werde auch gern weiter eine Besucherin und Freundin Eures Clubs sein, der noch viele viele Jahre existieren möge.

Nachtrag: Es sei mir gestattet einen Vorschlag zu machen. Macht doch mal eine Ausstellung der besonderen Art z.B. über Erlebnisse Deutscher mit Vietnamesen. Deutsche Freunde sind sicher bereit beim Sammeln von Material zu helfen. Vielleicht sollte mein Bild von Ho Chi Minh der Anfang sein.

In enger Verbundenheit

Uschi Jeske

Berlin, 7.2011

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Sehr geehrte Mitglieder, Freunde und Förderer des Clubs Asiaticus e.V., liebe Frau Hoai Thu Loos und liebe Frauen vom Projekt VINAPHUNU,

ich gratuliere Ihnen allen sehr herzlich zum 20. Geburtstag. Ein solches Jubiläum gibt Anlass zurückzublicken auf die geleistete Arbeit und die Ergebnisse, auf die Sie alle stolz sein können.

Gegründet im Prenzlauer Berg in einer Zeit des Umbruchs und starker gesellschaftlicher und sozialer Veränderungen, hat sich Ihr Verein die Aufgabe gestellt, Migrant/innen asiatischer Herkunft bei ihrer Um- und Neuorientierung, der Schaffung einer beruflichen Existenz und bei der Lösung lebenswichtiger Fragen und Probleme zu unterstützen. Vieles war neu und fremd – Gesetze, Verordnungen, politische und Verwaltungsstrukturen, oft auch die deutsche Sprache. Um sich in die verändernde Gesellschaft integrieren zu können, mussten viele Schwierigkeiten überwundern werden. Es brauchte Mut, ebenso Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das Leben neu zu organisieren und zu meistern. Beratungsangebote und Sprachkurse waren lebensnotwendige Wegbereiter.

Zusammen mit weiteren Migrant/- innenvereinen des Großbezirks Pankow zog der Club Asiaticus e.V. 2002 in das InterKULTURelle Haus Pankow und etablierte in der zweiten Etage das Frauenprojekt VINAPHUNU mit einem umfangreichen Angebot: den Sprachkursen in Deutsch und Vietnamesisch, der Sozial- und Rechtsberatung, dem Frauenfrühstück und mit dem Frauen- und Kindertreffen. Ein besonderer Höhepunkt ist das alljährliche Tet-Fest. Der Einladung folgen nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern viele, viele Freunde und Unterstützer/-innen. Gefeiert wird stets mit Tanz und Gesang und einem sehr schmackhaften Büfett.

Dass dies alles immer wieder gelingt und VINAPHUNU inzwischen Heimat und Familie nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kindergeneration ist, dafür sorgt als Projektleiterin Frau Thu mit einer scheinbar nie versiegenden kraft und Durchsetzungsvermögen. Sie hat mit ihren vielen ehrenamtlichen Helfer/- innen unter nicht immer einfachen Bedingungen dazu beigetragen, dass Integration beim Club Asiaticus e.V. und dem Frauenprojekt VINAPHUNU keine Worthülse, sondern gelebt und gestaltet wird. Dafür möchte ich Ihnen, Frau Thu, an dieser Stelle herzlich danken.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien viel Glück und Gesundheit und dem Verein und dem Frauenprojekt weiterhin eine erfolgreiche Arbeit und bedanke mich für die gute Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen

Berlin, 7.2011

Matthias Köhne

Bezirkbürgermeister

Liebe Thu, liebe Frauen von VINAPHUNU vom ASIATICUS,


seit Wochen versuche ich mich daran zu erinnern, wann und unter welchen Umständen ich Dir, liebe Thu, ich Euch, liebe Frauen im ASIATICUS, das erste Mal begegnet bin.
Ich muß zu meiner Schande gestehen, ich weiß es nicht mehr… Die Erinnerungen an die konkreten Umstände, unter denen wir uns im Frühjahr 1990 trafen, sind verblasst. Aber ich glaube, es war in der Mulackstraße in Berlin-Mitte, wo das Interkulturelle Frauenzentrum S.U.S.I. seine ersten Büroräume hatte und wir gemeinsam mit Christiane Barckhausen, über ein Interkulturelles Haus nachdachten. Wir suchten damals nach einem gemeinsamen Ort und Räumen, für die Gruppen und Vereine, die sich für die Rechte der „ausländischen Werktätigen der DDR“ einsetzten.Wir suchten nach Wegen und Mitteln, um dem offen ausbrechendem Rassismus gegen unsere Freundinnen und Freunde aus Vietnam, Angola, Mozambik, Kuba und anderen in der DDR lebenden Ausländern, die Stirn bieten zu können. Damals arbeitete ich noch in der Liga für Völkerfreundschaft und viele meiner Kolleginnen und Kollegen, wollten auch unser Haus, unsere Möglichkeiten dafür nutzen, dass die Freundschaft und Solidarität mit anderen Völkern, die den meisten von uns wirkliche Herzenssache und nicht nur Lippenbekenntnis oder gar nur Broterwerb war, auch in den nun neuen, schwierigen Zeiten als etwas Wertvolles bewahrt und verteidigt wird. Die Ereignisse überrollten dann die meisten unserer Überlegungen. Durch demokratische, antirassistischen Kräfte in Westberlin und in der ehemaligen BRD waren in den 80iger Jahren dort zäh erkämpfte Strukturen der „Ausländerarbeit“ entstanden.
Diese Erfahrungen wollten wir gerne übernehmen. Gutes und Bewährtes der Menschenrechtsarbeit und des Eintretens für die Rechte von Flüchtlingen, galt es schnell weiter zu entwickeln, um es gestärkt in den Vereinigungsprozess einbringen zu können. Dies ist teilweise gelungen und das auch und vor allem Dank der beherzten und klugen Frauen aus Vietnam, die sich sowohl im ASIATICUS im Prenzlauer Berg als auch in der Reistrommel in Marzahn, in der Bürgerinitiative in Hohenschönhausen und auch im Interkulturellen Frauenzentrum vom Verein S.U.S.I. sowohl für die Rechte der vietnamesischen Vertragsabeitnehmerinnen und -nehmer der DDR als auch für vietnamesiche Flüchtlinge aus den ehemaligen sozialistischen Nachbarländern einsetzten. Im Juni 1990 fragte mich Annetta Kahane, die erste und letzte Ausländerbeauftragte des Berliner Magistrats der (noch) Hauptstadt der DDR, ob ich für ihr Büro arbeiten würde. Ich zögerte nicht und traf dann auch in unserem Büro im Roten Rathaus Thu wieder. Ich gestehe, zu dem Zeitpunkt wußte ich fast nichts über die reale Situation der vietnamesischen Frauen in der DDR. Vor allem durch die Gespräche mit Thu, mußte ich mit Scham zur Kenntnis nehmen, dass die von den Partei-und Regierungsorganen Vietnams und der DDR abgeschlossenen Verträge über den Aufenthalt und die Arbeits-und Lebensbedingungen vietnamesischer Werktätiger in der DDR wohl vornehmlich nach ökonomischen „Kosten-und Nutzen-Erwägungen“ für beide Regierungen abgeschlossen wurden. Wirtschaftliche Engpässe und Probleme beider Staaten, sollten vor allem auf Kosten und den Rücken vietnamesischer Frauen überwunden bzw. gelöst werden. Meine Kindheit und Jugend in der DDR war geprägt von gern geleisteten „Subbotniks“ (Arbeitseinsätzen) und Solidaritätsspenden für den von mir und vielen meiner Altersgenossinnen und -genossen bewunderten heldenhaften Kampf des vietnamesischen Volkes gegen den verbrecherischen Krieg der USA-Regierung gegen Vietnam. Nun mußte ich mit Entsetzen hören und später auch lesen, wie vor allem die noch Anfang 1990 in der DDR arbeitenden ca 60.000 vietnamesischen Arbeitskräfte, hauptsächlich Frauen, möglichst schnell „entsorgt“, sprich nach Vietnam zurückgeschickt werden sollten. Auch dies sei wiederum einzig und allein angeblichen ökonomischen Zwängen im Rahmen des deutschen Einigungsprozesses geschuldet. Damit waren dem Rassismus, Sozialneid und Hass alle Schleusen geöffnet und schon lange gehegte Vorurteile und Hassparolen wurden ungeniert geäußert, veröffentlicht und später sogar als Gründe zitiert, um die „ausländischen Werktätigen“, die man holte, als „nicht mehr benötigte Arbeitskräfte “ wieder loszuwerden. Erneut  eine fatale Kosten-Nutzen-Rechnung. Die „Kosten“ dieser meschenverachtenden Politik kapitalistischen Profitdenkens trägt heute ganz Deutschland. Ein wieder hoffähig gewordener Fremdenhass, deutschtümelnde Feindlichkeiten gegen Zuwanderer und wissenschaftlich verbrämte demoskopische Überlegungen gegen Flüchtlinge machen sich in allen Medien breit.
Doch zurück zu den frühen Neunzigern:
Viele DDR-Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrlichen Herzens den sozialistischen Idealen der Freundschaft und Solidarität mit anderen Völkern verpflichtet fühlten, forderten einen anderen Umgang mit ihren/unseren Arbeitskolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern.
Es waren vor allem Menschen, die aus ihrem christliche Menschenverständnis heraus, den Umgang der DDR-Behörden mit den DDR-Vertragsarbeitnehmerinnen und -nehmern kritisch sahen. Sie hatten schon Jahre vorher die Zwänge, denen die vietnamesischen Frauen durch die Regierungsverträge unterworfen waren, kritisch hinterfragt und Änderungen der Verträge im Sinne der betroffenen Frauen und Männer gefordert. In dieser sehr schwierigen ökonomischen und politischen Situation wollten viele DDR-Bürgerinnen und Bürger nicht zulassen, dass die sich neu zu formierende Bundesrepublik Deutschland versucht, ihre Probleme und Zwänge auf Kosten Anderer zu lösen. Sie forderten daher, dass die Vertragsarbeitnehmer und -nehmerinnen der DDR, unsere „Gastarbeiter“, zumindest die gleichen Rechte erhalten, wie die „Gastarbeiter“ der ehemaligen BRD. Wir forderten also ein Bleiberecht, was auch juristisch diesen Namen verdient. Im Frühsommer 1991 erhielt ich die Chance, dieser Forderung auch auf Regierungsebene Gehör zu verschaffen. Auch wenn es mir aus vielen Gründen sehr schwer fiel, das Angebot für die Bundesregierung zu arbeiten, anzunehmen, sah ich es auch als Chance im Sinne dieser Forderung. Frauen waren es vor allem, die mich ermutigten, diese Stelle im Amt der Ausländerbeauftragten der Bundesregierung anzunehmen und  Thu vom ASIATICUS gehörte dazu.
Ich war mir damals sehr wohl bewußt, dass ein Bleiberecht für die DDR-Vertragsarbeitnehmer nicht im Interesse der Bundesregierung war. Besonders der deutsche Innenminister und leider auch Beamte des dafür zuständigen Bundesarbeitsministeriums verlangten die sofortige Rückkehr der von der DDR-Regierung vertraglich verpflichteten Arbeitnehmerinnen und -nehmer in ihre Herkunftsländer. Es dauerte weitere 5 Jahre, bis durch zähes Ringen, viele Kundgebungen, juristische Verfahren und politische Kompromisse etwas erreicht werden konnte, was einem Bleiberecht fast gleichkam. Dies ist auch dem zähen Widerstandswillen der vietnamesischen Frauen vom ASIATICUS in Berlin geschuldet. Sie haben die schwierige Zeit der Arbeitslosigkeit, der juristischen Pattsituation und ihrer ungeklärten Aufenthaltsrechte erfinderisch und mit großem persönlichen Mut überstanden. Mit viel Einfallsreichtum gestalten sie für sich, ihre Kinder und ihre Familienangehörigen in Vietnam eine menschliche Zukunft. In diesen Jahren konnte auch ich im Asiaticus bei Thu und ihren Frauen, immer wieder Mut schöpfen und Kraft tanken, um meinen Teil für ein juristisch gesichertes Bleiberecht beitragen zu können. Dafür danke ich Euch!
Heute heben die Medien die Integrationsleistungen der vietnamesischen Kinder und Jugendlichen, ob nun hier geboren oder erst nachgezogen, hervor. Dabei wird leider all zu oft vergessen, dass diese nur dank der beharrlichen und zu großen Teilen sich auch immer nochselbstausbeutenden Zukunftszuversicht der vietnamesischen Frauen möglich war und ist. Es ist VINAPHUNU und seine (ihre) gute Seele Thu, die dafür den Rahmen geschaffen haben. ASIATICUS und VINAPHUNU sind für viele vietnamesische Familien Heimat in der deutschen Fremde, die selbst schon längst die zweite Heimat geworden ist.
Dafür gehört Euch all meine Bewunderung und Hochachtung!

Berlin, 7.2011

Ginga Eichler

Liebe Frauen von VINAPHUNU,

herzliche Glückwünsche zum 20 sten und zu Eurer erfolgreichen Arbeit bei VINAPHUNU.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Anfang im Jahr 1991– es war auch ein gemeinsamer Anfang von VINAPHUNU und mir.

Thu und ich haben uns bei der Gründungsfeier des Interkulturellen Frauenzentrums S.U.S.I. getroffen. Damals hatte ich gerade bei der Senatsverwaltung für Arbeit und Frauen zu arbeiten begonnen. Ich hatte u. a. die schöne und angenehme Aufgabe, nach der Wende und dem Zusammenschluss von Ost- und Westberlin den Aufbau einer Fraueninfrastruktur in den Ostberliner Bezirken zu unterstützen, insbesondere den Aufbau von Projekten für Migrantinnen. Es ging dabei nicht nur um die Entwicklung inhaltlicher Konzepte, sondern auch um die notwendige finanzielle Unterstützung der Frauenarbeit.

Thu hat mich sofort mit ihrer Begeisterung für ein Projekt für vietnamesische Frauen angesteckt.

Es sollte dabei um die Begleitung der in Berlin lebenden Vietnamesinnen nach der „Wende“ gehen, dem Zurechtfinden in einem neuen Alltag, in der veränderten Stadt, in einer anderen „Welt“. Und dabei um die speziellen Probleme und Fragen der vietnamesischen Frauen und Mädchen. Dazu gehörten z. B. soziale und rechtliche Beratung und Unterstützung. Und, was ganz wichtig war und natürlich auch noch ist: es sollte ein Treffpunkt werden für Austausch und Dialog und um das Angebot kultureller, vor allem mit der vietnamesischen Kultur verbundener, Veranstaltungen, Workshops, Ausstellungen usw.

Das ist, wie wir wissen, auch gelungen.

Wenn ich heute zum Tet-Fest oder zu anderen Veranstaltungen von VINAPHUNU gehe, treffe ich viele vietnamesische Frauen und auch Frauen aus anderen Kulturkreisen, die miteinander feiern, diskutieren und natürlich essen. Hervorragendes Essen ist ein Markenzeichen für VINAPHUNU. Ich habe die vietnamesische Küche vor Ort kennengelernt. Thus und die Kochkünste der Mitköchinnen können sich daran messen.

Ich treffe viele von den Alten und viele neue junge und alte Frauen. Und mittendrin immer auch Thu. Ich habe den Eindruck, dass VINAPHUNU für viele Frauen und Mädchen zu einer kleinen Heimat geworden ist.

Ich danke Thu, Titi, Constanze, Katharina, Hoa, Ha, Van, Lanh, Thuy, Nhung, Hien, Csilla, Gerlinde… und den vielen anderen Frauen, die sich so lange schon engagieren für die Interessen der Vietnamesischen Frauen und Mädchen.

Viel Glück und Vergnügen für die Zukunft wünscht Euch allen

Karin Bergdoll

Berlin, 7.2011


Unser erster Kontakt mit VINAPHUNU fand im Mai 2008 im ASIATICUS-Club, genauer gesagt in der dortigen Küche, statt. Nachdem wir, Heike und Bettina, schon in die Geheimnisse der italienischen und spanischen Küche eingeweiht waren, suchten wir einen neuen Kochkurs.

Auf den Internetseiten der Volkshochschule Pankow wurden wir fündig und unser Interesse an „Die vietnamesische Küche – Wissenswertes über Land und Leute“ war geweckt. Warum nicht mal Europa verlassen und die Gaumenfreuden ferner Länder erkunden? Die neuen Geschmackserlebnisse ließen uns nicht mehr los. Seit mittlerweile 3 Jahren verpassen wir keinen Kurs!!! Neben dem tollen Essen, bei welchem sich unsere Mitarbeit in engen Grenzen hielt, weil Thu ohne Kochbuch fast im Handumdrehen mehrere Gerichte fast alleine auf den Tisch zauberte, lernten wir nach und nach auch einige Frauen von VINAPHUNU kennen und uns gefiel die äußerst gemütliche vietnamesisch-familiäre Atmosphäre. Thu erzählte viel von ihrer Heimat Vietnam und … irgendwie wuchs unser Fernweh!

Eines Tages im Mai 2009 hörten wir dann, dass die VINAPHUNU-Frauen für den März 2010 eine mehrwöchige Reise nach Vietnam planten. Das wäre doch mal ein toller Urlaub mit eigenem Dolmetscher und mehreren persönlichen Reiseführern – dachten wir- und fragten Thu, ob wir uns der vietnamesischen Frauen-Reisegruppe anschließen dürften. Zuerst wurden wir ein wenig belächelt, aber als Thu merkte, dass unser Interesse echt ist, stimmte sie zu.

Wir hatten uns ja auf eine spannende und außergewöhnliche Reise eingestellt, die fern ab von Luxushotels stattfinden sollte, aber es wurde unsere größte Abenteuerreise. Das Führen eines Tagebuches war zwingend notwendig, da man all die vielen Eindrücke, Sehenswürdigkeiten, Städte und Menschen gar nicht auf einmal verarbeiten konnte. 3 Wochen ging es längs durch das Land mit Bus, Bahn, Schiff, Flugzeug, Taxi. Auch haben wir es geschafft, den undurchdringlichen Straßenverkehr zu Fuß unbeschadet zu durchqueren. Wir sahen neben den Touristenattraktionen auch das ursprüngliche Vietnam, lernten die Familien vieler vietnamesischer Frauen kennen, die schon jahrelang in Deutschland leben. Während Bettina von SAPA und dem Leben der Minderheiten nicht genug bekommen konnte, hätte Heike noch tagelang in der schönen Halong-Bucht verweilen können.

Alles zusammen: der tolle Kochkurs, die wundervolle  Reise, die heute immer noch nachwirkt, aber auch durch die vielen Treffen nach der Reise mit „unseren“ vietnamesischen Frauen im Club ASIATICUS sind der Grund warum uns Land und Leute sehr ans Herz gewachsen sind. Vietnam – wir kommen wieder. Bis dahin versuchen wir, alle vietnamesischen Restaurants in Berlin zu besuchen und melden uns natürlich wieder beim nächsten “Ess-Kurs” in der Volkshochschule an.

Wir gratulieren VINAPHUNU ganz herzlich zum 20. Geburtstag und sind sehr froh, dass es dieses tolle Projekt gibt.

Heike Tinz und Bettina Weidhaas

Berlin, 7.2011


Liebe Thu, liebe Frauen von VINAPHUNU !

Ich möchte euch ganz herzlich zu eurem Jubiläum gratulieren !

20 Jahre „VINAPHUNU “ sind wahrlich ein Grund zu feiern !

Ganz so lange kenne ich euch noch nicht, aber ich kann mich noch gut an die große Feier zum 10. Geburtstag des Vereins in der „Wabe“ im Prenzlauer Berg erinnern:

So viele Menschen, die zum Gratulieren und Feiern gekommen waren, die Mädchen und Frauen in ihren wunderschönen traditionellen Gewändern, die Lieder und Tänze aus eurer alten Heimat (ich gehe davon aus, dass die meisten inzwischen Berlin/ Deutschland als neue Heimat ansehen); die Fotoausstellung im Foyer, die Tische, die sich unter den Massen von Frühlingsrollen und anderen Köstlichkeiten bogen; …

Ich habe Thu als Sprachmittlerin in der JVA Moabit kennen gelernt. Anfangs beschränkten sich unsere Kontakte ausschließlich darauf, dass wir gemeinsam vietnamesische Inhaftierte aufsuchten und alles Notwendige mit ihnen besprachen.

Ca. 2003 übernahm ich die organisatorische Verantwortung für die Gesprächsgruppe mit vietnamesischen Inhaftierten, welche Thu seit Jahren regelmäßig in der JVA Moabit durchführte. Die Nachfrage bei den vietnamesischen Inhaftierten nach der Gruppenteilnahme war sehr groß. Leider habe ich nie verstanden, worum sich die Gespräche drehten. Ich kann noch immer kein Wort vietnamesisch. Aber gemeinsam mit Thu konnten wir viele Probleme der Vietnamesen lösen. Manchmal gab es in der Gruppe lautes Gelächter, aber auch Applaus, aus welchen ich durch die Sprachbarriere ausgeschlossen war. Die Gründe für das Lachen konnte Thu selten übersetzen, den Applaus gab es z. B. für selbstverfasste Gedichte eines Inhaftierten, welcher dadurch großes Ansehen bei den anderen erlangte.

Fast jedes Jahr waren wir Gäste des Tet-Festes, welche stets mit großem Engagement, Fleiß, tollen Ideen und leckerem Essen von den Frauen unter Leitung Thus gestaltet wurden.

Bei einem unserer ersten Besuche eines Tet-Festes tanzte eine Kindergruppe des Vereins in traditionellen Kleidern einen vietnamesischen Tanz. Dabei fiel mir ein Mädchen auf: Sie war sehr hübsch, eine besonders schöne Mischung aus asiatischen und europäische Genen.

Ich freute mich bei jedem Anlass aufs Neue, dieses Mädchen zu sehen. Sie war nicht nur hübsch, sondern wie ich erfuhr, auch eine sehr gute Schülerin. Später brachte sie Freundinnen und Freunde mit, die nicht aus der vietnamesischen Community stammten und so einen Einblick in die Kultur der Vietnamesen bekamen.

Ich freue mich noch immer, wenn ich ihre Familie sehe, weil sie für mich ein Beispiel für eine glückliche bikulturelle Beziehung und für gute Integration ist.

Gemeinsam mit meinem Mann besuchte ich einen der beliebten Kochkurse im Verein. Oft war Thu beim Kochen allerdings so schnell, dass wir nicht alles erfassen konnten, was in der Küche geschah. Es bedarf aber wohl keiner besonderen Betonung, dass alles was dort gekocht wurde, vorzüglich schmeckte !

Den Höhepunkt meiner Beziehung zum Verein vietnamesischer Frauen stellt zweifellos die gemeinsame Reise nach Vietnam im März 2010 dar. Ich war sehr glücklich darüber, mitreisen zu dürfen. Von den vielen wunderbaren Erlebnissen sprechen wir immer wieder gern. In die Vorbereitungen waren in Berlin und Saigon soviel Arbeit, Kraft und Liebe investiert worden, dass unser Dank kaum alles umfassen kann. Besonders beeindruckt hatte mich, wie unkompliziert eine große Gruppe meist völlig fremder Frauen in den verschiedenen Haushalten aufgenommen wurde. Unsere Mitreisenden verschwanden in den Küchen… und plötzlich war eine Tafel zu einem Festmahl vorbereitet. Nach dem Essen wurde wieder Ordnung hergestellt und wir entschwanden.

Hoffentlich blieben auch bei den Gastgebern so gute Erinnerungen von uns zurück !

Die Besuche bei den Familien der vietnamesischen Frauen gehören wegen der Natürlichkeit und Herzlichkeit zu meinen stärksten Eindrücken bei dieser Reise. Aber auch die vielfältige Natur, die historischen Gebäude, die Geschichte und Geschichten an den verschiedenen Orten, die Mopeds und Fahrräder im Verkehrsgewusel, das Frühstück in den Garküchen am Straßenrand; die Aufzählung der Besonderheiten der Reise ließe sich beliebig fortsetzen. Es war einfach wunderschön.

Auch im Namen meines Mannes wünsche ich euch alles erdenklich Gute für mindestens die nächsten 20 Jahre !

Dazu zählen viele interessierte und fleißige MitarbeiterInnen, eine gesicherte Finanzierung, weiterhin tolle Ideen

und und und …

Ich verbleibe mit lieben Grüßen und in tiefer Verbundenheit

Eure Elke Kortus

Berlin, 7.2011

Als ich vor zehn Jahren ein „Vorwort“ zu unserer Broschüre anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Projektes „VINAPHUNU“ schrieb, findet sich darin folgender Satz:

„„Geboren“ im „Jahr der Ziege“ hat das Projekt „VINAPHUNU“ noch nicht den vollen Tierkreiszyklus durchlebt. Ich bin mir aber sicher, dass mit dem Engagement seiner Projektleiterin Frau Thu, dem ihr zur Seite stehenden Vorstand des Vereins „Club Asiaticus“ und der Unterstützung von Senat und Bezirk noch einige Zyklen bevorstehen.“

VINAPHUNU“ ist dabei die zweite Runde zu in ein paar Jahren zu vollenden. „VINAPHUNU“ ist sozusagen erwachsen geworden.

Das Projekt hat seinen Platz gefunden und ist auch nicht mehr aus der interkulturellen Arbeit wegzudenken.

Es ist wie in einer Familie! Gäste werden willkommen geheißen. Hilfesuchenden wird geholfen und wenn es etwas „eng“ wird rücken wir eben zusammen. Inzwischen lernen die Kinder der Gründergeneration vietnamesisch sprechen und kochen. Wer hätte das vor 20 Jahren gedacht. In den Räumen des Club Asiaticus befindet sich die größte Freihandbibliothek vietnamesich-sprachiger Literatur in Berlin.

Wie in einer langjährigen Beziehung kennt man sich: Verein, Vorstand, Freunde und Förderer, ProjektteilnehmerInnen und MitstreiterInnen und alles natürlich unter der führenden Hand unserer Projektleiterin Frau Thu – einer Institution! Wie in einer langjährigen Ehe muss man sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, damit es nicht langweilig wird. Frau Thu und ihre MitstreiterInnen lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. So verleiht das Projekt mit Thu an der Spitze auch dem IKH dem Interkulturellen Haus in der Schönfließer Straße immer wieder neue Impulse.

Wie in einer langjährigen Ehe wünscht wünscht man sich nicht nur Kinder – Eines ist mir so lieb wie das Andere – aber die „Xinh Company“ möchte ich Doch herausheben, sondern auch, dass die Jungen in die Fußstapfen der Alten treten, neue Ideen entwickeln, neue Wege suchen und gehen. Dies wird die Aufgabe der nächsten Jahre werden.

Mir war es vergönnt den Weg des Projektes von Anfang an bis heute zu begleiten. Vielen Dank, liebe Thu, für viele interessante, schöne aber auch manchmal anstrengende Stunden.

Vielen Dank auch an jene ohne die das Projekt so wie es heute ist nicht möglich und existent wäre. Stellvertretend für die vielen Freunde, Helfer und Förderer möchte ich mich bei dieser Gelegenheit bei der der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Technologie und Frauen, dem Beauftragten des Senats von Berlin für Integration und Migration, dem Bezirksamt Pankow und seiner Migrantionsbeauftragten, dem Kulturamt Pankow, dem VIA Regionalverband Berlin/Brandenburg, der GSE, der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Arzinger & Partner für die langjährige Unterstützung bedanken. Danke natürlich den vielen Frauen für ihre Mitarbeit, ihren Fleiß, ihre Hilfsbereitschaft und ihre unendliche Geduld mit uns Männern.

Ich weiß nicht ob man in Vietnam die „Silberhochzeit“ feiert. Wir sollten es – in fünf Jahren – tun!

Stefan Girnus

Club Asiaticus

Vorsitzender


Ich finde es wunderbar, dass es solche Leute auf unserer Welt gibt wie Thu, die einen solchen Ort wie diesen Verein geschaffen haben. Einen Ort der Verständigung und des Austausches. Ein Ort, der die Welt einen Schritt weiter zum friedlichen und harmonischen Zusammenleben bewegt!!

Vielen Dank dafür!!! Du bist eine bewundernswerte und unglaublich beeindruckende Frau!!


Mit ganz viel Liebe aus Miami


Alla Petcheniouk

MA International Relations

 

Sind es wirklich schon 20 Jahre?! Wow, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich erinnere mich noch genau an meine erste Reise mit ASIATICUS-VINAPHUNU, damals ging es nach Paris. Im Disneyland mussten wir ewig lang warten um ein Foto mit Mickey Mouse zu schießen. Aber die Wartezeit hat sich gelohnt, ich habe mich über das Foto gefreut wie ein Kullerkeks.

Eine ebenfalls unvergessliche Reise ging über Österreich nach bella Italia, wo wir leckere Pizza und Pasta gegessen haben. Von dort aus ging es weiter nach Nizza, Cannes und Monaco/Monte Carlo. Es war eine tolle Reise und wir hatten so viel Spaß, dafür möchte ich mich nochmal bedanken.
Ich erinnere mich auch noch, als wir beim Umzug des Karnevals der Kulturen mit dabei waren. Unzählige Stunden hatten wir dafür geübt und unsere Show konnte sich wirklich sehen lassen.
Es gab auch noch weitere Auftritte im Roten Rathaus oder bei einer der vielen Tetfest-Feiern.

Apropos Tetfest: Es ist alle Jahre wieder ein schönes Beisammensein, eine eindrucksvolle Show und vor allem kann man immer sehr, sehr gut schlemmen!

Vielen, vielen Dank chi Thu, Ti & Team VINAPHUNU für all diese schönen Erinnerungen! Macht weiter so! Auf die nächsten 20 Jahre!

 

 Berlin 5.2011

Nguyen Chau Nhi


Liebe Thu,

ich gratuliere euch zum 20-jährigen Jubiläum. Wir kennen uns davon sicherlich etwa 16 Jahren. Meine erste Begegnung mit dir war, dass ich von eurem vietnamesischen Kochabend (am Helmholtzplatz???) hörte und hingegangen bin, mich aber nicht herein traute, weil es alles so „vietnamesisch“ war. Inzwischen bin ich selbst ein Teil großer vietnamesischer Familie und arbeite nach wie vor mit und für Menschen aus Vietnam. Wenn ich heute für Migrantinnen und Migranten aus Vietnam etwas organisiere, darfst du dabei nicht fehlen. Du bist für mich eine so genannte „Schlüsselperson“ und öffnest mir die Tür, wenn wir die Leute für die Prävention von Sucht, Gesundheitsförderung u. ä. erreichen wollen. Ich danke dir für die gute Zusammenarbeit bisher und wünsche dir für die nächsten 20 Jahre alles alles Gute.

 

Nozomi Spendenmann